Kultur : Nachrichten

— The Good, The Bad & The Queen (EMI)

Damon Albarn spielt als Rockmusiker das falsche Instrument – Klavier. Wie er dieses Handicap mit seiner neuen Allstar-Band kaschiert und synkopisch-pulsierende Klangbilder entwirft, ist berauschend. Eine Idee, ein Sound, ein Solitär.

— Patrick Watson:

Close to Paradise (V2)

Mit einiger Verzögerung wird man hierzulande des 28-jährigen kanadischen Songwriters gewahr. Sein Album ist eine Meditation über Tagträumer, Treibgut und Stürme. Alles driftet in diesem psychedelischen Folk-Jazz-Ozean.

— Kings of Leon:

Because of the Times

(SonyBMG)

Majestätische Songs über das Drama von Menschen, die unter dem Gewicht ihrer Zweifel, ihres Stolzes und ihrer grimmigen Existenz zerbrechen. Musik so stoisch, bitter, exzessiv, dass es sehr viel Liebe bedarf.

— Ich & Ich: Vom selben Stern (Polydor/Universal)

Schrecklich, schrecklich, wie hier Intimität erzwungen wird. Sentimentale Balladenlyrik trifft auf eisenhart einbalsamierte Pop-Hymnik. Fieser geht’s nicht.

— Michaela Melián:

Los Angeles (Monika)

Man kennt sie als Mitglied der Band F.S.K. und bildende Künstlerin. Für ihre Installationen produziert Melián irrlichternde Klangflächen, die etwas zutiefst Betörendes haben: Auch Prozessoren haben Träume.

— Billy James: Frank Zappa und die Mothers of Invention (Hannibal)

Sie waren von 1964 bis ’70 eine Brutstätte des postmodernen Eklektizismus. Um das Wechselspiel von Chaos und Disziplin der frühen Jahre zu ergründen, wird erstmals ausführlich über Zappas Mitstreiter gesprochen.

— Robert Plant & Alison Krauss: Raising Sand

(Universal)

Der große Kreischer und „goldene Gott“ von Led Zeppelin tut sich mit einer Heldin des Bluegrass zusammen und heraus kommt: betörend einfacher, erdig-grummelnder Folk, an dem Tom Waits hörbar mitgeschrieben hat.

— Erdmöbel:

No. 1 Hits (Columbia)

Das schönste Coveralbum des Jahres, Die Kölner Band schafft es, Tophits von Tom Jones, Nirvana, Kylie und Robbie ohne jede Peinlichkeit ins Deutsche zu übertragen. Philosophisch tiefsinnig, irritierend eigen, jede Note: Pop.

— Miss Platnum: Chefa (Four Music)

Berlin gibt als Ort heterogener Migrantenströme musikalisch noch zu wenig her. Nur der Balkan hinterlässt erste Spuren, dank einer drallen Rumänin, die von einem „Mercedes“ träumt und R ’n’ B mit gold-glitzernden Bläsersatzkettchen behängt.

— Zidane. Ein Porträt im 21. Jahrhundert (Arthaus)

17 Kameras – und ein Mann. Das 90-minütige Rasenporträt von Zinédine Zidane fängt die einmalige Eleganz des Fußball- Panthers ein. Der Soundtrack von Mogwai macht „Zizous“ Bewegungen zum geistigen Ballett. Spiele werden im Kopf entschieden.

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