Kultur : Nachrichten

— LCD Soundsystem: Sound of Silver (DFA)

Unwiderstehlich: Bleiche Kraftwerk-Roboter, polymorphe P-Funk-Psychonauten, melancholische No-Wave- Mutanten und androgyne Roxy-Music-Klone breakdancen im gleißenden Licht von James Murphys Diskokugel um die Wette.

— The Wombats: The Guide to Love, Loss &

Desperation (Rykodisc)

Immer wieder wird es eine neue tolle Band aus England geben, die alle anderen für ein paar Nächte alt aussehen lässt. Diese kommt endlich mal wieder aus Liverpool und hat die fetzigsten Britpop-Hits diesseits von Maxïmo Park.

— Devendra Banhart: Smokey rolls down Thunder Canyon (Beggars)

Der geckenhafte Hippie ist einer der begnadetsten Songwriter unserer Zeit. In einem Jahr ohne Sufjan-Stevens-Platte bleibt dieses zwischen Psychedelic Folk und Bossa Nova changierende Wunderwerk unerreicht.

— Perry Farrell’s Satellite Party: Ultra Payloaded (Sony)

Ein Schatten seiner selbst: Das B-Klassen-Gegniedel von Farrells neuer Formation ist keine Katastrophe, aber der Vergleich mit den visionären Crossover-Himmelsstürmereien von Jane’s Addiction macht traurig.

— Kate Nash: Made of Bricks (Polydor)

Eigentlich war Feist Favoritin, aber unter dem Eindruck des supersympathischen Konzerts neulich muss man diesen Leichtgewichts-Pianopop einfach lieb haben. Dürfte gegen Weihnachtsdepressionen helfen.

— Jens Friebe: 52

Wochenenden (Kiwi)

Treffsichere, verblüffende, oft zum Brüllen komische Miniaturen aus der Feder eines eher unentschlossenen Nachtschwärmers. Friebe ist als Autor genauso gut wie als Musiker, falls daran jemand gezweifelt haben sollte.

— Soundtrack: I’m not There (Sony)

Indierock-Allstartreffen zu Ehren des heiligen Bob. Dabei entstehen auf der Doppel-CD- Langstrecke (33 Songs!) einige der inspiriertesten Dylan-Coverversionen ever. Herausragend die Beiträge von Lee Ranaldos Supergroup mit prominenten Gästen.

— Fairport Convention: Liege & Lief – Deluxe

Edition (Universal)

Britische Folk-Eleganz in höchster Vollendung, mit dem Sängerin-/Gitarristen-Traumpaar Sandy Denny und Richard Thompson. Und dies war 1969 nur eine von drei Fairport-Hammerplatten. Neuauflage mit Raritäten.

— The Chemical Brothers: We are the Night (Virgin)

Stures, nicht mal originelles Big-Beat-Geschepper, das nach einiger Zeit in jeder erdenklichen Soundqualität hypnotische Wirkung erzielt. Und „The Salmon Dance“ ist der niedlichste Tanzflächen-Floh des Jahres.

— The Flaming Lips: U.F.O.’s at the Zoo

(Warner)

Die ausgefreakteste Band des Universums als hymnisch bejubelte Spacepop-Aliens beim Megakonzert in ihrer Heimatstadt Oklahoma. Wer jetzt ein Fan ist, wird es lange bleiben.

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