Kultur : Nachrichten

— René Pape: Gods, Kings and Demons. Staatskapelle Dresden, Sebastian Weigle (DG)



Dieser Bass erstaunt. Immer wieder. In 20 Karrierejahren ist René Pape an der Berliner Staatsoper und auf den Bühnen der Welt zum grandiosen Interpreten gereift. Unübertrefflich: sein König Philipp aus Verdis „Don Carlo“. — Xavier de Maistre: Nuit d'étoiles (RCA)

Claude Debussy hat wunderbare Musik für die Harfe geschrieben. Er wusste es nur nicht. Auf seinen 47 Saiten verwandelt Xavier de Maistre, Solo-Harfenist der Wiener Philharmoniker, Klavierstücke seines Landesmanns in berückende Jugendstil- Gespinste.

— Bella Napoli. Oboenkonzerte von Scarlatti, Hasse, Cimarosa, Donizetti, Bellini, Pasculli. Christoph Hartmann,

Ensemble Berlin (EMI)

Neapel konnte mal mehr als Müll: Der Berliner

Philharmoniker Christoph Hartmann erinnert an die goldenen Zeiten der südlichen Musikmetropole.

— Mozart: Alles fühlt der Liebe Freuden. Oboenkonzerte und Arienbearbeitungen. François Leleux, Camerata Salzburg (Sony)

Mozart à la française:

Voller Klarheit und

Eleganz, gespielt mit

feinem, schlankem Ton.

C’est si beau!

— Music for two pianos. Martha Argerich und andere (EMI)

Zwei Klaviere ersetzen jedes Orchester, wenn Argerich und ihre Pianistenfreunde in die Tasten greifen. Grandios: Die „Nussknacker“-Suite in ihrer Mischung aus Grazie und körperlicher Höchstanstrengung. Ballett eben.

— Hans Pfitzner: Von Deutscher Seele. DSO, Ingo Metzmacher, Rundfunkchor Berlin (Phoenix Edition)

Wer 2007 beim legendären Konzert am Tag der Deutschen Einheit nicht dabei war, kann nun nachhören, warum es sich lohnt, Pfitzner, den Vielgesichtigen, differenziert zu betrachten.

— Beethoven: Violinkonzert. Lisa Batiashvili, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen (Sony)

Beethovens Violinkonzert ohne Dirigent? Geht, wenn die leitende Solistin so hinreißend musikalisch ist wie Lisa Batiashvili. Ihr Zugriff auf den Titanen ist von entwaffnender Natürlichkeit.

— Sofia Gubaidulina:

In tempus praesens, Anne-Sophie Mutter, London Symphony Orchestra, Valery Gergiev (DG)

Aus dem Tagebuch eines Engels: Mit überirdisch reinem Ton gestaltet Anne- Sophie Mutter ihren 30-minütigen inneren Monolog, umschwirrt von Gubaidulinas Sphärenklängen.

— Ambroise Thomas: La Cour de Célimène. Laura Claycomb, Alastrai Miles, Sébastien Droy. Philharmonia Orchestra, Andrew Litton (Opera rara)

Klassisch ist diese opéra comique von 1855 in ihrem koloraturgespickten Stil – die Hauptfigur aber, ein weiblicher Don Giovanni, ist hochmodern.

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