Kultur : Nachrichten

— Schumann: Violin-

sonaten. Carolin Widmann, Dénès Várjon (ECM)

Die fabelhafte Münchner

Geigerin stellt dem sich

in die Umnachtung verabschiedenden Schumann letzte Fragen – und glaubt seinen Antworten. Ein

Meilenstein in der Spätwerklektüre.



— Bach: Suiten für Violoncello solo. Sebastian Klinger (Oehms)

Herantasten ans Opus

ultimum: Irgendwo zwischen Casals und Darmsaiten sucht der junge

Sebastian Klinger nach seinem Weg und Heil. Klingt klug und sinnlich.

— Salome Kammer: Voice Without Limits (Wergo)

Mozart, Porter, Berio,

Alban Berg, ja sogar der „Hummelflug“: Die Stimmakrobatin zeigt, was mit der menschlichen Stimme alles (un-)möglich ist.

In memoriam Cathy

Berberian, versteht sich.

— Tschaikowsky: Violinkonzert. Janine Jansen, Mahler Chamber Orchestra, Harding (Decca)

Jansens samtkuscheliger Ton lässt einen tatsächlich an sterlingsilberne

Samoware denken.

Daniel Hardings Bemühungen dagegen fallen nicht weiter auf – was die Lage tatsächlich entspannt.

— Dowland: In Darkness let me dwell. Dorothee Mields, Hille Perl, Lee Santana (DHM)

Wahrscheinlich können nur Frauen sich so

verstehen: Musik für

melancholische Gemüter und entschleunigte meditative Dämmerstunden.

— Bach: Sacred Arias & Cantatas. David Daniels, The English Concert, Harry Bicket (Virgin)

Bachpflege auf Samt-

pfoten: Der amerikanische Counter streichelt sich förmlich durch die Kantaten und großen

Oratorien. Nur was für liebe Menschen.

— Bach: Flötensonaten. Emmanuel Pahud, Trevor Pinnock (EMI)

(Wieso spielen diesen Herbst eigentlich alle Bach?) Zum Einstieg

hervorragend geeignet: Bachs Flötensonaten kennt nämlich auch

sonst keiner. Pahud,

der Emsige.

— Haydn, Hummel u. a.: Trompetenkonzerte.

Alison Balsom, Deutsche Kammerphilharmonie

Bremen (EMI)

Blonde Elflein, die Trompete blasen, müssten

einen theoretisch aus jeder Lebenslage retten können. Zur Not mit Musik von Anton Baptist Neruda.



Händel: Alcina.

Joan Sutherland, Fritz Wunderlich u.a., Capella

Coloniensis, Ferdinand Leitner (DG)

1959 war die historische Aufführungspraxis noch nicht geboren? Von wegen! Sutherland und Wunderlich geben ein herrlich über sich selbst staunendes Zufallstraumpaar ab.

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