Kultur : Nachrichten

— Schumann: Violinsonaten. Carolin Widmann, Dénés Várjon (ECM)



Zwei emotionale

Intelligenzbestien

entdecken den späten Schumann: formal zwingend, menschlich ergreifend – wahnsinnig gut.









— J. M. Kraus:

La Primavera. Simone Kermes, L’Arte del Mondo (Phoenix Edition)

Mit virtuosem Vivaldi haben schon viele Soprane Aufsehen erregt. An die doppelt halsbrecherischen Kraus-Kantaten wagt sich bislang nur eine: Simone Kermes.

— Weber/Strauß: Ouvertüren. Südfunk-Sinfonieorchester, Carlos Kleiber (DVD, Arthaus)

Ein junger, kurzärmeliger Carlos Kleiber lockt probierend eine ganze

Phalanx grauer Anzugträger aus der Reserve.

Mitreißend charmant!

— Dowland: In Darkness let me dwell. Mields, Perl, Santana (Sony)

Ätherisch wie Emmy Kirkby, einschmeichelnd wie Andreas Scholl, cool wie Sting: das ultimative Dowland-Album für

Zu- und Nebenbeihörer.

— Mozart: Figaros Hochzeit. Schrott, Persson u. a., Pappano

(DVD, opus arte)

Die Sängerdarsteller

dieser Londoner Produktion geben den „Figaro“ so überzeugend, als hätten sie in der Doku-Serie „Leben im Gutshaus“

vorher gemeinsam geübt.

— Bononcini: San Nicola di Bari. Bertotti, Fedi,

Zanasi u. a. (Ramée)

Ein kleines Nikolaus-

Oratorium des Händel-

Rivalen Bononcini: süße Melodik, feinherbe Melodien, zartbittere Moral. Macht garantiert nicht dick.

— Rheinberger:

Der arme Heinrich. Staatsorchester Stuttgart, J. Knecht (Carus)

Finger weg von Drogen: Diese witzige und subversive Kinderoper lehrt, dass sich Romantik

nicht bloß zum Zudröhnen eignet.

— Susanne van Soldt: Danses de Flandres.

Les Witches (Alpha)

An der Börse gezockt?

Ruhig Blut: Die überirdisch gelassenen Tänze und Lieder bieten

Krisenmanagement

vom Feinsten.

— Purcell: Fantasias, Il. Suonar parlante (W & W)

In der Neudeutung von

Vittorio Ghielmi wirken

Purcells Fantasien wie

lebendig bemalte

griechische Statuen.

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