Kultur : Nachrichten

— Schumann: Sinfonien Nr. 3 und 4, Swedish Chamber Orchestra, Dausgaard (BIS)

Schumann mitten aus dem Leben – und der Rhein in der „Rheinischen“ fließt plötzlich so mitreißend und klar wie ein nordisches Gebirgsbächlein.





— Brahms: Streichquartette, Quatuor Casals (harmonia mundi)

Frische Luft für Brahms: Das junge spanische

Quartett spielt mit klassischer Klarheit und schlankem Ton. Romantik ohne grüblerisches Raunen.

— Händel: Concerti grossi, op. 6, Arte dei Suonatori, Gester (BIS)

Die historische Aufführungspraxis ist nun auch in Polen angekommen, und das Posener Ensemble beweist, dass sie sich mit osteuropäischer Musizierlust bestens verträgt.







— Lassus: Canziones

Sacrae, Collegium Vocale, Herreweghe (harmonia mundi)

Den Jammer des Alters schrieb Orlando di Lasso sich in diesen Motetten von der Seele. Die Genter Musiker machen, dass es jeden Schrecken verliert.







— Mendelssohn: Lieder, RIAS-Kammerchor, Rademann (harmonia mundi)

Mit dem neuen Chef auf Wandertour: Nicht nur mit „O Täler weit, o Höhn“ zeigt der Berliner Chor, dass er für weitere Gipfeltouren gut gerüstet ist.

— Vivaldi: Violinkonzerte. Daniel Hope,

Chamber Orchestra of

Europe (DG)

Der Stargeiger lässt es ordentlich fetzen und hat hörbar Spaß an konzertanten Raufereien. Natürlich verlaufen die langsamen Sätze dann in schönster Eintracht.

— Scene d’amore. Soile Isokoski, Helsinki Philharmonic, Mikko Frank (Ondine)

Die Finnin ist die Madame Silberklang unter den

Sopranistinnen. Ihre Opernheldinnen sind zarte Geschöpfe mit großen Seelen. Gesang ganz ohne Tränendrüsen zum Weinen schön.

— Sofia Gubaidulina:

In tempus praesens. Anne-Sophie Mutter (DG)

Gubaidulina bringt die

besten Seiten von Deutschlands Lieblingsgeigerin ans Licht: Beseelter Ernst, innere Größe und der Ton einer maßvollen Leidenschaft. War

Mutter je besser?





— Brahms: Sinfonie Nr. 1. Orchèstre Revolutionnaire et Romantique,

Gardiner (Soli deo Gloria)

Durch Dunkel und Anfechtung treibt Sir John das Stück unnachgiebig ins Licht. Wer Erlösung sucht, kann nicht warten.

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