Kultur : Nachrichten

Wenn es nach mir ginge, müssten diese Nachbarn Ihnen einen kräftigen Batzen vom Reisepreis erstatten wegen vorsätzlicher akustischer Umweltverschmutzung. Natürlich sollte man einen Reiseveranstalter auf Mängel aufmerksam machen. Wer indes bei einer Reise immer im Hinterkopf hat, wie sich ein paar Euro wiederrausschlagen lassen, falls man nur das Haar in der Suppe findet, sollte dringend sein Erholungskonzept überdenken. Da kann man nur den Tisch wechseln und einen Bogen um solche Leute machen.

Vor einigen Jahren saß ich mal beim Frühstück in einem sündhaft teuren italienischen Luxushotel, das auch ein paar kleine Macken hatte. Um mich herum steinreiche Amerikaner. Bemerkten die, dass das Frühstück längst nicht so reichhaltig war wie zum Beispiel auf durchschnittlichen kanarischen Drei-Sterne-Büffets? Nichts dergleichen. Sie schwelgten in der Schönheit der Landschaft, in der Anmut der Gartenanlage, in den Farben des Himmels und des Meeres. Erfolgreiche Menschen halten sich nicht mit Kleinkram auf, sondern gehen, wenn sie schon abschalten, lieber im Positiven auf. Das war die Lehre, an die ich noch heute oft zurückdenke.

Andererseits habe ich auf einem Kreuzfahrtschiff einmal einen älteren Herrn getroffen, der mir mit (leider wirklich!) schottischem Akzent ungefragt Ratschläge gab, wie man am Trinkgeld sparen kann. Ich hörte ihm mit wachsendem Entsetzen zu und entschuldigte mich dann mit dem Hinweis, dass ich dringend einen Drink bräuchte. Ich hoffe, dass er irgendwann verstanden hat, warum.

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