Kultur : NACHRICHTEN

Hessischer Kulturpreis:

Kermani attackiert Roland Koch

Nach dem Eklat um die Aberkennung des Hessischen Kulturpreises hat der Islamwissenschaftler Navid Kermani den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) scharf angegriffen. Kochs Versuch, sich als Vermitler im interreligiösen Dialog von früheren „schmutzigen Wahlkämpfen reinzuwaschen“, sei gründlich in die Hose gegangen, sagte der Publizist in der 3 sat-„Kulturzeit“. Wenn er sich über etwas freue, dann höchstens darüber, „dass da eine Maskegefallen ist“. Der Konflikt sei „ein politischer Fall“. Im ARD-Kulturmagazin „Titel, Thesen, Temperamente“ fügte Kermani hinzu: „Dass ein Ministerpräsident eines Bundeslandes auf Anweisung zweier Kirchenfürsten gegen alle politischen Gepflogenheiten handelt, wirft ein sehr ungutes Licht auf den Staat.. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann und der frühere Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, hatten sich geweigert, den Preis gemeinsam mit Kermani anzunehmen, weil sich dieser in einem Zeitungsbeitrag kritisch mit der Kreuzestheologie auseinandergesetzt hatte. Daraufhin erkannte die hessische Staatskanzlei Kermani den Preis ab. Inzwischen wurde die für den 5. Juli vorgesehene Verleihung auf den Herbst verschoben, um den Preisträgern – zu denen auch der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Salomon Korn, zählt – Gelegenheit zu einer nicht-öffentlichen Aussprache zu geben. ddp /dpa

Spanischer Dichter José Miguel Ullán gestorben

Der spanische Dichter José Miguel Ullán ist mit 64 Jahren an Krebs gestorben. Ullán hatte als Journalist begonnen, war zehn Jahre vor dem Ende der Franco-Diktatur ins Exil nach Paris gegangen und hatte erste Gedichtbände veröffentlicht. Viele seiner Bücher wurden von Künstlern wie Joan Miró, Antoni Tàpies oder Eduardo Chillida illustriert. 2008 waren unter dem Titel „Ondulaciones“seine gesammelten Werke erschienen. dpa

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