Kultur : Nachrichten

-

— Bruckner: Sinfonie

Nr. 6, Kent Nagano (harmonia mundi france)

Klarer Blick auf Bruckner: Nagano macht aus dem Alpenromantiker einen kühnen Fortschrittsapostel. Und das fabelhafte DSO macht den Berliner Philharmonikern Konkurrenz.

— Marie-Nicole Lemieux. L’heure exquise (Naive)

Tatsächlich eine exquisite Stunde, die die junge kanadische Altistin mit feinsten französischen Liedern bereitet. Eine der schönsten Stimmen der letzten Jahre – und eine Musikerin mit Stilgefühl.

— Trio Mediaeval: Stella Maris (ECM)

Die drei Frauen mit den Engelsstimmen schaffen locker den Spagat zwischen früher Mehrstimmigkeit des 12. Jahrhunderts und zeitgenössischer Musik. Und klingen dabei so unverkrampft und natürlich, als sei das ein Kinderspiel.

— Bach: Brandenburgische Konzerte, Rinaldo Alessandrini (Naive)

Die Wiedergeburt des Bach-Klassikers aus dem Geist des Madrigals: Jede Stimme strotzt vor Lebendigkeit, das erzvitale Mit- und Gegeneinander der Instrumente vereinigt sich zum mitreißenden Swing.

— Verdi: La Traviata, Anna Netrebko (Deutsche Grammophon)

Anna Netrebko ist Violetta, hat die die Deutsche Grammophon in der ganzen Stadt plakatiert. Seit wann ist Plastik Gold?

— Bartók: Klavierkonzerte, Anda (Col Legno)

Eine Sternstunde der Musikgeschichte: Nur einmal spielte Geza Anda die drei Bartok-Konzerte an einem Abend. Gegen dieses heiß glühende Spiel ist sogar seine legendäre Studioaufnahme mit Fricsay nur ein matter Abglanz.

— Schütz: Symphoniae

Sacrae III, Cantus Cölln (harmonia mundi france)

In tiefster Not helfen Schütz’ unmittelbar nach dem 30-jährigen Krieg entstandene geistliche Festmusiken: Trompetenschallende Botschaften, dass von nun an alles besser wird.

— Beethoven: Klaviersonaten, Fazil Say (Naive)

Von wegen olle Kamellen: Wenn Fazil Say sich die „Appassionata“ vornimmt, brennen die Tasten. Und Beethoven klingt so kühn und so frisch wie schon lange nicht mehr.

— Boccherini: Cellosonaten und -konzerte, Bruno Cocset (alpha)

Ein Rokoko-Himmel voller Schäfchenwolken: Bruno Cocset spielt auf seinem herrlich mürbtönigen Cello Boccherini so luftig und locker, als gäbe es keinen Kummer auf der Welt.

— Francis Poulenc and Friends (EMI)

Hier kocht der Chef: An dem lässigen Charme und trockenen Spielwitz von Poulenc und seinen Lieblingsinterpreten dürfen sich alle Musiker getrost ein Beispiel nehmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben