Kultur : Nachrichten

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— Maximo Park:

A Certain Trigger (Warp)

Franz Ferdinand oder Maximo Park? Wie bei Beatles vs. Stones geht es im aktuellen Indie-Streit mal wieder um die Neuentdeckung der Gitarrenmusik. Und da haben die Nachfolger der Undertones die Nase vorn.

— Roland Heinrich:

Einsam und ausgebremst (Bear Family)

Er versetzt Balladen aus dem mittleren Westen einfach in den Ruhrpott. Seit kurzem lebt der Pötter in Berlin. Ein deutscher Jimmie Rogers: Nichts für die Charts, aber handgemachter Deutsch-Country mit viel Ironie.

Einfach mal den I-Pod ausstöpseln.

— Diverse: The In-Kraut (Marina/Indigo)

Musik aus der Zeit, als man noch ungestraft „deutsche Wertarbeit“ sagen konnte. Wer glaubt, man könnte nicht auch im Schwarzwald einpeitschenden Jazz spielen, der hat hier den Gegenbeweis: Reiner Acid aus dem Lande der Krauts.

Wieder mal die Klagen der Musikindustrie: Einerseits überhöhte CD-Preise, andererseits hysterische Panikmache gegen Schwarzbrenner – Jammern auf hohem Niveau.

— Al Green:

Everything’s OK

(Blue Note)

Der „Reverend“ ist zwar nicht der Godfather des Soul, vielleicht aber sein eingeborener Sohn. Hallelujah!

— Boss Hoss:

Internashville Urban Hymns (Island/Universal)

Reiten die Großstadtcowboys nicht nur eine Masche? Fest steht, dass die Berliner Trägerhemdträger den Country-Billy wieder salonfähig gemacht haben. Endlich mal ein Trend, bei dem Männer wieder Männer sein dürfen. Yeeha!

— Diverse: Beatschuppen (Panazomic/Indigo)

21 Perlen aus der Zeit als Pop noch Beat hieß, darunter kein einziger „Oldie“: „Superlungs“ (1969) von Terry Reid etwa klingt heute noch so aktuell, dass manche gegenwärtige Brit-Bands dagegen wie lahme Oberschüler wirken. Lädt zu Archivforschungen ein.

— Lili Marleen an allen Fronten (Bear Family)

Die luxuriöse Box im LP-Format mit sieben CDs und Begleitbuch ist dem Lied auf der Spur, das als Schicksalslied des Zweiten Weltkrieges gilt. „Lili Marleen“ lief an allen Fronten und führte sogar zu Kampfpausen: Ein bisschen Frieden zum Fest.

— The Fuzztones: LSD 25 (Get Back/Sin Rec.)

Seit 25 Jahren hat sich der Westküstenrocker Rudi Protrudi dem Fuzz verschrieben, nun legt der Jubilar seine Werkauswahl vor. Mit dabei nicht nur Garagen-Hits wie „She’s wicked“, sondern auch frühe Videos und rare Interviews aus den Achtzigern.

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