Kultur : Nachrichten

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— Bright Eyes: I’m Wide Awake, It’s Morning (Saddle Creek)

Wunderkind Conor Oberst hat das Kaff Omaha, Nebraska, mit seiner Band zu einer Welthauptstadt des Pop gemacht. Reifere Singer/Songwriter-Balladen schrieb seit Dylan kein 25-Jähriger mehr.

— Home Of The Lame: Here, Of All Places

(Grand Hotel Van Cleef)

Sonnendurchfluteter, melancholisch schöner Zeitlupenpop aus dem hohen Norden. Felix Gebhard, halber Schwede und halber Hamburger, könnte mit seiner Folkrocktruppe zum deutschen Conor Oberst werden.

— The Magic Numbers: Magic Numbers (EMI)

Die Neohippies aus London setzen der Dreiminutenwut des Neo-New-Wave à la Maximo Park einen Gegentrend entgegen: beachboyeske Harmoniegesänge, Handgeklatsche, Banjo–Folk. Lasst tausend Bärte sprießen, die Liebe siegt. Peace, man!

— Diverse: The In-Kraut (Marina/Indigo)

Kuno & The Marihuana Brass stimmen ein „Marihuana Mantra“ an, Dietmar Schönherr skandiert „Komm zur Molotow Cocktail Party und bring ’ne Tüte Dynamit mit“. Die Revolution war zwischen 1966 und 1974 in Deutschland ungemein tanzbar.

— Element Of Crime:

Mittelpunkt der Welt

(Universal)

Nicht, dass uns die Lagerfeuergitarren, Sven Regeners Trompete, sein rauer Gesang nicht rühren würden. Aber haben wir das nicht alles exakt so schon gehört, auf der letzten, vorletzten, vorvorletzten EoC-Platte?!

— Hildegard Knef:

Worum geht’s hier

eigentlich? (Warner)

Die Knef raunt Spoken Poetry: „Heute kamen sie vom Mond zurück, ein Fallschirm ging nicht auf“, begleitet vom Jubeln und Tirilieren der Les Humphries Singers. Das wagemutigste Album der Diva, endlich auf CD.

— Tocotronic: Pure Vernunft darf niemals siegen (L’age d’or)

Statt auf ihren Lorbeeren auszuruhen, erfinden sich die

Tocos mit jedem Album neu. Was Diskursrock war, ist jetzt Powerpop, mit Noise-Gitarren, Wurlitzerorgel und Neil-Young- Mundharmonika. All das mag ich.

— Roy Ayers:

Virgin Ubiquity II (K7)

So viel Groove wie in den Siebzigern hatte der Jazz nie wieder. Vibraphongott Ayers schuf mit seiner Band Ubiquity Funk-Perlen, die bis an das Ende aller Tage gesampelt werden. Sein Hit „Sunshine“ lässt die Sonne über jedem Dancefloor aufgehen.

— Caterina Valente: Die Telefunken Jahre (Warner)

Die Valente ist der einzige singende Weltstar, den Deutschland nach dem Krieg hervorbrachte. Ihr „Malaguena“ schaffte es auf Platz 1 der US-Charts. Opulente 4-CD-Box zum 75. Geburtstag der Diva – mit Titeln auf Englisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch.

— Pink Floyd: London 1966/1967 (Snapper)

So verrückt wie im Londoner Sommer der Liebe kamen The Pink Floyd nie wieder zusammen: Sie ließen Blasen an die Wände des UFO Clubs werfen und spielten ihre Psychedelic Rock in der Endlosschleife. Syd Barrett landete bald darauf tatsächlich in der Anstalt.

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