Kultur : Nachrichten

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— Ian McEwan: Saturday. Roman. Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Diogenes, Zürich 2005. 396 Seiten, 19,90 €.

McEwan beäugt die Menschen mit dermaßen schneidendem Blick, dass einen fröstelt. Ist das spannend: Die Angst terrorisiert die Sprache – und hat doch Erbarmen mit uns.

— Jonathan Safran Foer: Extrem laut und unglaublich nah. Roman. Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005. 432 Seiten, 22,90 €.

Der bisher schönste, traurigste, komischste Roman über die Folgen von 9/11. Bei Foer ist die Angst ein kleines, scheues Tier.

— Ivan Turgenev: Werther Herr! ! Turgenevs deutscher Briefwechsel. Ausgewählt und kommentiert von Peter Urban. Friedenauer Presse, Berlin 2005. 336 Seiten, 22,50 €.

Turgenev schreibt in heiterem Deutsch (!) über alles, was ihn plagt, vor allem die Gicht und die unfähigen Übersetzer. Köstlich seine Beschreibung der Kälte in Weimar, mit „Jupiter-Husten, Juno-Halsbräune, Apollo-Schnupfen und Venus-Bronchitis“.

— Ulrike Ottinger: Bildarchive. Verlag für moderne Kunst. Nürnberg 2005. 528 S., 433 Abb., 45 €.

Menschen beim Essen. Menschen, die feiern, Alltag in Schanghai, Stadtarchitekturen, Landschaftswunder, Farborgien. Ulrike Ottinger kann beobachten wie wenige andere. Ihr Fotobuch ist ein grandioses Sehabenteuer. Schon beim Blättern wird man trunken.

— Bodo Mrozek: Lexikon der bedrohten Wörter. Rowohlt Verlag, Reinbek 2005. 220 S., 8,90 €.

Das Vademecum für Vergessliche. So schauen sie aus, die Wörter, die in unserer Kindheit erfunden wurden, von A wie Anhalter bis Z wie Zwille. Wäre schade, wenn sie verschrottet würden.

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