Kultur : Nachrichten

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— Herfried Münkler: Imperien. Die Logik der Weltherrschaft – vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten. Rowohlt Berlin 2005. 332 S., 19,90 €.

Imperien haben einen schlechten Ruf. Das verstellt unseren Blick auf die Mechanismen, nach denen sie aufsteigen, Dauer erlangen und wieder untergehen. Herfried Münkler befragt die Geschichte, um aus ihr Erkenntnisse über Amerikas Handlungszwänge zu gewinnen. Ein ungemein wichtiges Buch, nicht nur für Alteuropäer.

— Ian Buruma, Avishai Margalit: Okzidentalismus. Der Westen in den Augen seiner Feinde. Carl Hanser Verlag, München 2005. 158 Seiten, 15,90 €.

Nicht warum, sondern was hassen islamistische Terroristen an uns, fragen Margalit und Buruma. Und entfalten die lange Geistesgeschichte antiliberaler und antiwestlicher Bewegungen – von den deutschen Romantikern, slawophilen Russen bis zum japanischen Faschismus. Fazit: Selbst ihren Hass haben die Islamisten importiert.

— Werner Ende, Udo Steinbach (Hg.): Der Islam in der Gegenwart. 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. C. H. Beck, München 2005. 1064 S., 49,90 €.

1984 erschien dieses unentbehrliche Nachschlagewerk zur muslimischen Welt zum ersten Mal. Seitdem ist viel passiert, nach dem 11. September stellen sich auch viele Fragen an den islamischen Zivilisationskreis neu. Anlass für ein grundlegendes Revirement auf verlässlich hohem Niveau, wenn auch nicht immer einfach zu lesen.

— Malcom Brown: Lawrence von Arabien. Bilder einer Legende. Nicolai Verlag, Berlin 2005. 208 Seiten, 34,90 €.

Lawrence von Arabien verkörpert wie kein anderer die romantische europäische Orientsehnsucht. Ein Image, dass durch das sphingenhafte Geheimnis noch verstärkt wird, dass Thomas Edward Lawrence bis heute umgibt. Der britische Historiker Malcom Brown spürt Mensch und Mythos mit Bildern aus seinem bewegten Leben nach. Für Fans.

— Thomas L. Friedman: The World is Flat. A Brief History of the Twenty-first Century. Farrar, Straus and Giroux, New York 2005. 496 Seiten, 27,50 USD.

Der New-York-Times-Kolumnist erzählt, was Globalisierung tatsächlich bedeutet – und warum Indien und China so rasant aufholen. Seine These: Der Wettbewerb hat sich durch die billigen Internetverbindungen noch einmal verschärft, weil heute jeder digitalisierbare Leistungen anbieten kann. Ein Weckruf für den bequem gewordenen Westen.

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