Kultur : Nachrichten

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In Großbritannien handeln sie ihn bereits als einen der Großen seiner Generation: Erst 25 Jahre alt war Ilan Volkov, als er vor vier Jahren das BBC Scottish Symphony Orchestra übernahm. Zeit also, dass der junge Israeli auch in Berlin zeigt, was er kann: Noch bevor Volkov im Mai beim Deutschen Symphonie-Orchester konzertiert, gibt es am Mittwoch Gelegenheit, den rising star im Kammermusiksaal mit dem Ensemble Oriol zu erleben. Mit Marie-Pierre Langlamet hebt er ein Harfenkonzert aus der Taufe und wagt sich an Stücke von Ligeti, Mozart und Beethoven. Volkov ist ein gutes Beispiel für die Verjüngungstendenz im Klassikbetrieb: Um sich heute als Dirigent noch Chancen auszurechnen, muss man offenbar mit dreißig schon eine Chefposition hinter sich haben: Die Deutsche Grammophon beispielsweise ist gerade dabei, den 25-jährigen Venezolaner Gustavo Dudamel aufzubauen. Das lässt Reihen wie das „Debüt im Deutschlandradio“, das ebenfalls am Mittwoch in der Philharmonie seine neueste Talentauslese vorstellt, nachgerade alt aussehen: Wozu braucht es ein spezielles Podium, wenn Jugend oder mangelnde Erfahrung kein Hindernis mehr sind? Lorin Maazel hatte 1939 seinen ersten Dirigierauftritt im zarten Alter von neun Jahren. Vielleicht sind wir ja bald wieder soweit.

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