Kultur : Nachrichten

Christina Tilmann

JOHANNA WOLF-BREEDE

Leiterin der Fotoabteilung

Verglichen mit der Malerei ist die Fotografie immer noch das Stiefkind im deutschen Auktionswesen. Preise, wie sie in Amerika längst üblich sind, werden in Deutschland immer noch selten gezahlt. Zu groß ist immer noch die Unsicherheit, was Auflagenhöhe und Printzahl angeht. Gleichwohl hat sich in den letzten fünf oder sechs Jahren hier viel getan, meint Johanna Wolf-Breede, Leiterin der Fotoabteilung der Villa Grisebach. Fotografie sei ein „aufstrebender Markt“ und werde auch von Kunden immer häufiger gezielt nachgefragt. Die studierte Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt Architektur und Fotografie betreut gemeinsam mit zwei Mitarbeitern seit sieben Jahren den Fotobereich der Villa Grisebach. 1998 fand die erste Fotoauktion statt, inzwischen trennt man im Katalog zwischen klassischer Fotografie und zeitgenössischer Kunst. Bilder von Andreas Gursky, Candida Höfer oder den Bechers werden inzwischen immer häufiger gefragt, der Kundenkreis ist längst international. Der Schwerpunkt liegt allerdings immer noch auf klassischer Fotografie – und, was Johanna Wolf-Breede besonders wichtig ist, es sind auch immer Fotografen der legendären Agentur „Ostkreuz“ wie Sibylle Bergemann oder Jens Rötsch dabei. „Ein Berliner Auktionshaus muss das einfach anbieten“, erklärt die Fotospezialistin.

0 Kommentare

Neuester Kommentar