Kultur : Nachrichten

Nicola Kuhn

MARKUS KRAUSE

Experte 19. und 20. Jahrhundert

Wer den promovierten Kunsthistoriker danach fragt, was ihm am besten an seinem Job in der Villa Grisebach gefällt, bekommt als Antwort prompt: dass man so viel mit Kunst zu tun hat. In Spitzenzeiten hat der 42-Jährige, der seit dem Sommer zur Geschäftsführung zählt und für Kataloge wie Akquise die Verantwortung trägt, bis zu 100 Bilder zu bewerten. „Die Quadratur des Kreises,“ sagt der Spezialist für die Kunst der Zwanziger und Fünfziger, der über Karl Hartung, Heinz Trökes und die Berliner Galerie Gerd Rosen bereits publizierte und die „Kunst & Markt“-Seite des Tagesspiegels begründete. Denn bei einer solchen Menge von Preisurteilen hat er Spezialist und Generalist in Personalunion zu sein. Doch mit jedem Werk wächst der Erfahrungsschatz, das Hintergrundwissen, bei dem er sich auch von anderen Experten und Restauratoren helfen lässt. Ein Höhepunkt war da die Entdeckung eines unbekannten Werkes von Henri Manguin, das sich als Gegenstück zu einem Atelierbild von Henri Matisse erwies, mit dem der Fauvist um die Jahrhundertwende befreundet war. Während der Auktion schoss der Preis von geschätzten 30 000 auf 320 000 Euro. „Ebenso freuen wir uns über Entdeckungen im Kleinen“, fügt Krause gleich an. „Es kommt eben nicht nur auf die hohen Werte an.“

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