Kultur : Nachruf: Zum Tod des Berliner Erzählers und Lyrikers Peter Brasch

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Es war sein Pech, dass er als Stasiopfer von Gisela Oechelhaeuser, der Chefin des Ostberliner Kabaretts "Die Distel", zuletzt bekannter war denn als Autor. Nun ist Peter Brasch mit 45 Jahren gestorben. Am Donnerstag wurde er tot in seiner Wohnung in Prenzlauer Berg gefunden. Der in Cottbus geborene Lyriker und Erzähler fühlte sich seit vielen Jahren in der Szene vom Prenzlauer Berg zuhause, eine Erfahrung, von der er in dem Interviewbuch "Durchgangszimmer Prenzlauer Berg" (Lukas Verlag) Zeugnis ablegt. Anders als sein Bruder Thomas Brasch, der 1976 nach West-Berlin kam, blieb Peter Brasch nach Wolf Biermanns Ausbürgerung trotz Zwangsexmatrikulation in der DDR, schrieb Texte für den Rundfunk und übersetzte Theaterstücke. Nach dem Fall der Mauer arbeitete er als Dramaturg und Regisseur am Renaissance-Theater und an der Freien Volksbühne in Berlin sowie an Theatern in Halle und Brandenburg. In den letzten Jahren schrieb er unter anderem für die Zeitschrift "Kalaschnikow" und die "Sklaven", verbrachte 1998 ein Jahr als Stadtschreiber in Rheinsberg. Bekannt wurden seine aktualisierten Märchenfassungen für Kinder wie "Der Wolf und das Rotkäppchen in der Stadt" oder "Mäuseken Wackelohr". 1999 erschien im Eulenspiegel Verlag seine Erzählung "Schön hausen": der groteske Traum von einem nur noch in Rudimenten vorhandenen Berlin, das sich nur noch mit einem gehörigen Maß an Einbildungskraft zum Leben erwecken lässt. Peter Brasch hatte davon eine Menge.

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