Kultur : Nahost: Der populäre Feind

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Die palästinensische Islamisten-Organisation Hamas ist einer der Hauptgegner des Friedensprozesses mit Israel. Sie lehnen die Existenz Israels ab und ihr militärischer Arm verübt regelmäßig Selbstmordanschläge. Sie ist direkt aus der ägyptischen Muslimbruderschaft hervorgegangen. Diese hatte einen Ableger im Gaza-Streifen gebildet, der bis 1967 unter ägyptischer Kontrolle stand. Sie hatte sich auf soziale Dienste und muslimische Erziehung beschränkt. Ihre karikative Arbeit hat den Islamisten viele Sympathien in der Bevölkerung eingebracht. Als 1987 die erste Intifada ausbrach, musste die Muslimbruderschaft handeln, wenn ihr nicht die Führung des Widerstandes gegen die israelische Besatzung entgleiten sollte. So gründete sie die Hamas und versuchte, sich nachträglich als Initiator des Aufstandes darzustellen. Seit der Rückkehr der PLO-Führung unter Arafat in die palästinensischen Gebiete hat sich die politische Organisation der Hamas zur wichtigsten Oppositionskraft entwickelt. Sie hat bisher jede Beteiligung an der Autonomieregierung abgelehnt. Am stärksten ist die Hamas im Gaza-Streifen. Dort dominiert sie Studentenvertretungen an Universitäten und andere Einrichtungen. Ihr Führer ist der gelähmte und fast blinde Scheikh Ahmed Jassin. Trotz ihrer Militanz hat die Hamas nicht im Namen der palästinensischen Einheit die Autorität Arafats offen in Frage gestellt. Die Attentate vom Wochenende hat sie als Vergeltung für die Ermordung ihres Führers Mahmud Abu Hannud durch die Israelis bezeichnet. Da die Hamas zugleich eine soziale, politische und militärische Bewegung und damit ungemein populär ist, fällt es Arafat schwer, gegen sie vorzugehen.

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