Kultur : Nahost-Gipfel: Bill Clinton - Vermittler ohne Erfolg?

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Die Bilder waren vielversprechend. US-Präsident Bill Clinton lachend mit Israels Premier Ehud Barak und Palästinenserchef Jassir Arafat in Camp David. Clinton tritt durch die Tür, dreht sich um, wo Barak und Arafat im Spaß mit einander rangeln. Der Frieden schien gesichert. Und Clintons politisches Erbe auch. Nur zwei Monate später sieht alles anders aus. Anstatt zur feierlichen Unterzeichnung eines unter seiner Vermittlung ausgehandelten Friedensabkommens fliegt Clinton zu einem Krisentreffen mit höchst bescheidenen Erwartungen.

Der US-Präsident konnte in Camp David hoffen, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit noch einen weltpolitischen Erfolg zu erzielen und das Weiße Haus als gefeierter Friedensvermittler zu verlassen. Eine trügerische Hoffnung. Schlimmer noch: Nun könnte der Nahost-Konflikt bei der kommenden US-Präsidentschaftswahl entscheidend sein. Denn wenn die vielen unentschlossenen Wähler meinen, Clinton und sein Vize Gore haben zu viel riskiert, wäre Bush im Vorteil. Clinton weiß das nur zu gut, und so flog er trotz aller Sorgen um Nahost am Samstag noch an die Westküste zum Wahlkampf für Gore. Wenn Clintons politisches Erbe auch nicht so üppig ausfällt wie erhofft, es soll doch in die richtigen Hände fallen.

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