Kultur : Nahost-Gipfel: Und sie geben keine Ruhe

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Aus der Sicht des Gründers und Anführers der islamistischen Hamas-Bewegung, Ahmed Jassin, der größten innerpalästinensischen Oppositionsgruppierung sowohl zu Arafat als auch zum Friedensprozess, ist das Ergebnis der Gipfelkonferenz irrelevant. Der gelähmte Scheich will Rache für die rund 100 Todesopfer und die tausenden palästinensischen Verletzten der Kämpfe. Und er hat dazu von Arafat "das grünste Licht bekommen, das es jemals gab", so der Geheimdienstechef der israelischen Armee.

Mit anderen Worten: Die Issadim el-Kassam-Terrorkommandos, der so genannte militärische Arm von Hamas, haben Handlungsfreiheit. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass Hamas noch vor dem Gipfel in Israel einen Terroranschlag verübt. Jassin glaubt nur an einen im Jihad, dem "Heiligen Krieg" der Moslems, erkämpften eigenen Staat Palästina, weshalb ein Abbruch der Kampfhandlungen für ihn einen erheblichen Rückschritt darstellen würde. Er hat aber noch ein anderes Interesse an der Fortsetzung der Kampfhandlungen: Bisher waren diese von den "Tanzim"-Truppen von Arafats Fatah-Bewegung angeführt worden, ohne dass Hamas eine bedeutende Rolle spielte. Nach dem Gipfel, so sieht es Jassin, ist die Zeit für eine Rückkehr ins Bewusstsein der palästinensischen Bevölkerung gekommen.

Der israelische Oppositionschef Ariel Scharon stellt Ministerpräsident Barak eine Hauptforderung vor dem Gipfel: Ein Waffenstillstand ohne Bedingungen, die von der Gegenseite vorgebracht werden. Schafft Barak das, drängt Scharon wunschgemäß in die Notstandsregierung. Gelingt es aber Barak auch, den Friedensprozess wiederzubeleben, so wird Scharon Baraks Sturz mit der gleichen Energie betreiben. Kommt es als Folge von Sharm el-Sheikh in den nächsten Tagen zur Notstandsregierung, so wird sich Scharon als doppelter bleischwerer Ballast erweisen: Einerseits wird er jeden Ansatz von Flexibilität gegenüber den Palästinensern mit aller Macht zu verhindern versuchen. Andererseits stellt seine Person international ein "rotes Tuch" dar. Scharon provozierte mit seinem Tempelbergbesuch vor zweieinhalb Wochen die aktuellen Kämpfe.Benjamin Netanjahu: Der ehemalige israelische Regierungschef treibt ein übles Spiel. Er steht unmittelbar vor seinem Comeback. Um den Triumph vollständig zu machen, bemüht er sich um die Demontage seines Nachfolgers als Likud-Parteivorsitzenden und internen Konkurrenten Ariel Scharon. Er muss zu diesem Zweck möglichst verhindern, dass Scharon sich mit Barak über die zu ergreifenden Maßnahmen einig wird. Der israelische Oppositionschef Ariel Scharon stellt Ministerpräsident Barak eine Hauptforderung vor dem Gipfel: Ein Waffenstillstand ohne Bedingungen, die von der Gegenseite vorgebracht werden. Schafft Barak das, drängt Scharon wunschgemäß in die Notstandsregierung. Gelingt es aber Barak auch, den Friedensprozess wiederzubeleben, so wird Scharon Baraks Sturz mit der gleichen Energie betreiben. Kommt es als Folge von Sharm el-Sheikh in den nächsten Tagen zur Notstandsregierung, so wird sich Scharon als doppelter bleischwerer Ballast erweisen: Einerseits wird er jeden Ansatz von Flexibilität gegenüber den Palästinensern mit aller Macht zu verhindern versuchen. Andererseits stellt seine Person international ein "rotes Tuch" dar. Scharon provozierte mit seinem Tempelbergbesuch vor zweieinhalb Wochen die aktuellen Kämpfe.Benjamin Netanjahu: Der ehemalige israelische Regierungschef treibt ein übles Spiel. Er steht unmittelbar vor seinem Comeback. Um den Triumph vollständig zu machen, bemüht er sich um die Demontage seines Nachfolgers als Likud-Parteivorsitzenden und internen Konkurrenten Ariel Scharon. Er muss zu diesem Zweck möglichst verhindern, dass Scharon sich mit Barak über die zu ergreifenden Maßnahmen einig wird.

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