Kultur : Nahost: Sie vermitteln nicht mehr - Warum die USA kein Konzept haben

Ein Ende der Gewalt, ohne Bedingungen und Voraussetzungen: Das ist derzeit das oberste Ziel der US-Nahost-Politik. Aber keiner weiß, wie dieses Ziel - anders als durch dringliche Appelle - zu erreichen ist. Israels Premier Ariel Scharon wird in allem, was er tut, von der US-Administration relativ freie Hand gelassen. Jassir Arafat gilt in Washington weiterhin als die gewählte Instanz der Palästinenser. Der US-Sondergesandte Zinni allerdings hat seine Vermittlungsbemühungen aufgegeben. Als Fernoption gilt offiziell immer noch der Mitchell-Plan, der als Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen sowohl ein Ende des Terrorismus vorsieht als auch ein Ende der Siedlungsaktivitäten. Die größte Sorge der US-Regierung indes ist nicht das Andauern der Gewalt. So zynisch es klingt: Mehrere Tote täglich im Nahen Osten sind zwar bedauerlich, bedeuten aber ein lokal begrenztes Problem. Weitaus gravierender sind die psychologischen Kollateralschäden. Insbesondere für ihre Irak-Politik brauchen die USA einen gewissen Rückhalt in Ländern wie Saudi-Arabien, Jordanien oder Ägypten. Dieser Rückhalt ist in dem Maße ungewiss wie die Gewalt anhält. mal.

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