Kultur : Nationalgalerie feiert 100 Jahre Brücke-Kunst

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In Madrid werden zurzeit 100 Jahre Brücke mit einer großen Doppelausstellung gefeiert. Berlin, die Stadt, wo alles endete und die Künstlergruppe nach achtjährigem Zusammenhalt auseinanderbrach, begeht das Jubiläum am Stichtag selbst, dem 7. Juni. Damals, 1905, wurde diese bedeutendste Vereinigung deutscher Maler in Dresden gegründet. Nationalgalerie und Kupferstichkabinett eröffnen dann gemeinsam mit dem BrückeMuseum eine Ausstellung im Mies van der Rohe-Bau, die sich vornehmlich auf die Berliner Phase bezieht und fast komplett aus eigenen Beständen stammt.

Anders als bei der MoMA-Ausstellung im vergangenen Jahr fehlt es allerdings an Werbemitteln, so dass knapp zwei Monate vor dem Jubiläum gestern eine Pressekonferenz auf die wichtigste Sommerausstellung der Staatlichen Museen aufmerksam machte. Vielleicht versäumte man es auch deshalb geflissentlich, auf die anderen Brücke-Ausstellungen hinzuweisen, die ebenfalls im Jubiläumsjahr in Berlin zu sehen sein werden: Papier-Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner ab 12. Mai im Kunstforum Berliner Volksbank, frühe Druckgrafik ab 4. Juni im Brücke-Museum selbst. Und die Retrospektive aus dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid gastiert ab 30. September in der Berlinischen Galerie.

Die Ausstellung in der Nationalgalerie mit ihren 500 Gemälden, Grafiken, Skulpturen und kunstgewerblichen Objekten wird zeigen, wie reich die Berliner Sammlungen an Expressionisten-Kunst sind. Neben Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff und Pechstein sollen auch die weniger prominenten Brücke-Künstler gewürdigt werden. Eine Besonderheit verspricht die Rekonstruktion von Kirchners zweitem Berliner Atelier zu werden, seinem so genannten „Zelt“, bei dessen Einrichtung er sich als Wilder der Großstadt inszenierte. NK

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