Kultur : NATIONAL MUSEUMS OF SCOTLAND, EDINBURGH

Kuriositätenkabinett der Entdecker.

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Das Klonschaf Dolly steht heute in einer Vitrine der National Museums of Scotland. Ebenso das Modell einer Dampfmaschine oder ein Farbfernseher – allesamt schottische Erfindungen. Die Museen, zentral in der Altstadt Edinburghs gelegen, dienen als kulturelle Selbstbestätigung einer Entdeckernation. Das lässt sich nicht auf Berlin übertragen. Doch kann man von der Institution, 1866 als Industriemuseum gegründet, lernen. Auch hier kommen verschiedene Sammlungen unter einem Dach zusammen, von den Naturwissenschaften bis zur Kulturgeschichte und Ethnologie.

Im Sommer 2011 wurde das viktorianische Gebäude mit neuem Konzept wiedereröffnet: als Universalmuseum. Seitdem kamen eine Million Besucher. In der Eingangshalle empfängt ein über drei Stockwerke hoher Setzkasten die Besucher. In den Fächern dieses „Window on the World“ hängen nebeneinander verzierte Walkieferknochen, historische Motorräder und persische Waffen. Ein Kuriositätenkabinett im besten Sinne, das zum Staunen einlädt. In der ethnologischen Abteilung etwa wird nicht nach Kulturkreisen, sondern nach übergreifenden Alltagsthemen sortiert. Zum Beispiel: Welche Traditionen gibt es rund um Geburt und Tod in Asien, Afrika, Ozeanien und in der arabischen Welt? Jede Keramik, jede Zeremonienmaske, jedes Musikinstrument ist mehr als nur exotisches Kunsthandwerk, alle Objekte erzählen Geschichten. Das Ausstellungsdesign besorgte das weltweit agierende Designbüro Ralph Appelbaum Associates, das auch für das Humboldt-Forum erste Ideen vorgelegt hat.Anna Pataczek

www.nms.ac.uk

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