Kultur : Naumann bezeichnet die Maßnahmen als "zentrale Aufgabe" des Bundes

Der Staatsminister für Kultur, Michael Naumann, hat die Neuordnung der Berliner Museumsbestände als zentrale kulturpolitische Aufgabe des Bundes bezeichnet. Das Gesamtvolumen für das Projekt liege nach seiner Schätzung bei zwei Milliarden Mark. Diese Summe verteile sich jeodch über zehn Jahre, sagte Naumann der in Hamburg erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit". Das Ensemble der Berliner Museumsinsel sowie die Staatsbibliothek, der Stüler-Bau und die Museen in Dahlem sollten zu einem "vernetzten, organischen Museums- und Forschungskomplex" entwickelt werden.

Es gehe dabei nicht um die Einrichtung eines nationalen Kunstheiligtums, sondern darum, mit Hilfe der opulenten Bestände ein "Weltkulturfenster" zu öffnen, betonte Michael Naumann in dem Interview.

Der Staatsminister kritisierte zugleich die Ungleichgewichte bei der Finanzierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, "die wie verspätete Reflexe auf die Zeit vor Bismarck wirken". Einige Länder, an der Spitze Bayern, dürften sich angesichts der besonderen Anstrengungen zur Umsetzung des "nationalen Projekts" nicht länger verweigern.

Den Vorwurf, die 1998 eröffnete Gemäldegalerie am Berliner Kulturforum sei angesichts der neuen Konzepte des Generaldirktors der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, für die Museumsinsel eine Fehlplanung, wies Naumann zurück. Sie sei für die Übergangszeit eine gute Zwischenlösung. Als eines der "schönsten Gebäude des neuen Berlin" werde das Haus am Kulturforum nach Abschluss der Neuordnung die Werke der Moderne beherbergen, die aus Platzgründen nicht in der Neuen Nationalgalerie gezeigt werden können.

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