Kultur : Naumann plant Stiftung für KZ-Gedenkstätten

Kulturstaatsminister Michael Naumann (SPD) strebt eine klare Entscheidung des Bundestages zum Verbleib der Kulturgüter in den ostdeutschen Museen und Depots an.Es dürfe bei der Sicherung der kulturellen, künstlerischen und geschichtlichen Identität des Landes keinen Kompromiß geben, sagte Naumann nach einem Treffen mit dem Thüringischen Kulturminister Gerd Schuchardt (SPD) in Erfurt.Der Bund und das Land Thüringen wollen außerdem noch in diesem Jahr eine gemeinsame Stiftung der KZ-Gedenkstätten Buchenwald (Weimar) und Mittelbau-Dora (Nordhausen) auf den Weg bringen.Es fehle noch die Zustimmung des Bundesfinanzministeriums.Rückgabeansprüche wie die des Herzoghauses Sachsen-Weimar-Eisenach auf große Teile des Goethe- und Schiller-Archivs Weimar bezeichnete Naumann als "unappetitlich" und einen "privatrechtlichen Anschlag auf die Kulturgüter Thüringens".Naumann plädierte für eine Novellierung des Entschädigungs- und Ausgleichsgesetzes, das die Rückgabe beweglicher Kulturgüter nach 1945 enteigneter Adelsfamilien und Privatsammler regelt.Bisher können Länder und Kommunen die Stücke 20 Jahre unentgeltlich und wissenschaftlich nutzen.Naumann warnte davor, den im Grundgesetz verbrieften Eigentumsbegriff über den Begriff der Kulturnation zu setzen.Eine Veräußerung von Kulturgütern zur Bereicherung einer Familie sei aufgrund der Sozialverpflichtung von Eigentum nicht angemessen.

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