Kultur : Naumann und Jens kritisieren Kohls Mahnmal-Vorgehen

Der designierte Staatsminister für Kultur im SPD-Wahlkampfteam, Michael Naumann, bleibt bei seiner grundsätzlichen Kritik an dem Mahnmal, zieht aber seinen umstrittenen Vergleich mit der Architektur des NS-Baumeisters Albert Speer zurück.Seine Formulierung sei "unglücklich" und "im Eifer des Gefechts" entstanden, sagte Naumann am Sonntag in der ZDF-Sendung "Eser und Gäste".Kohl liege ein "geheimes" Modell des Eisenman-Entwurfs zur Entscheidung vor, als ob "als ob er ein Barockfürst wäre," kritiserte Naumann.

Nach Ansicht des früheren Präsidenten der Berliner Akademie der Künste, Walter Jens, muß der Bundestag über das Holocaust-Mahnmal entscheiden."Meine Empörung gilt im Augenblick in erster Linie der Arroganz des Regierungschefs, der da in die Welt hineinpustet, er gedenke sich im August zu entscheiden," sagte Jens in einem dpa-Gespräch.Wenn kein geeigneter Entwurf gefunden werde, könne auch ganz auf das Mahnmal verzichtet werden.Wichtig sei aber vor allem, das überarbeitete Eisenman-Modell öffentlich zugänglich zu machen."Die Menschen haben ein Anrecht darauf, die Entwürfe zu sehen, aber die befinden sich unter Verschluß".

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