Kultur : NEU AUF DVD

Christian Schröder

KRIMISERIE Simon Templar, Collector’s Box I (Koch Media) „Mein Name ist Simon Templar“, sagt Roger Moore zu einer sparsam bekleideten Blondine. Sie ist beeindruckt: „ Der Simon Templar?“. Moore hebt eine Augenbraue und entgegnet: „Ich habe den Vorteil, einmalig zu sein.“ Der Schlagabtausch stammt aus der Templar-Episode „The Persistent Patriot“, die Anfang 1967 vom englischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Sechs Jahre später, 1973, sollte sich Moore erstmals folgendermaßen vorstellen: „Mein Name ist Bond, James Bond.“

Über dem Kopf des Hauptdarstellers erscheint ein Heiligenschein, dann folgt der Vorspann, ein kleines Pop-Art-Kunstwerk, in dem sich die Silhouetten von Gangstern und Pistolen übereinander schieben. Die Erkennungsmelodie mit ihren treibenden Bläsersätzen hatte Leslie Charteris, Autor der Templar-Kurzgeschichten, selbst geschrieben. „The Saint“, so hieß die Serie im Original, aber natürlich ist Simon Templar kein Heiliger. Mit den Gesetzen nimmt es der stets im eleganten Zwirn, gern auch mit Halstuch auftretende Tollenfrisur-Gentleman nicht immer so genau, und eine Schwäche hat er nicht nur für Blondinen. Ab 1962 waren 71 Schwarz-Weiß-Folgen produziert worden, die 26 farbigen Episoden, die nun auf 8 DVDs versammelt sind, zeigten 1966/67 die Welt der Reichen und Schönen in illustriertenbunter Pracht.

Klackernd rotiert die Roulette-Kugel in Monte Carlo, in Venedig benutzen Mörder Motorboote, in Hamburg regnet es. Templar bewacht Prinzessinnen, befreit entführte Amerikaner, rettet Präsidenten. Er kämpft mit Fäusten statt Feuerwaffen. „Ich bin Pazifist“, sagt er, als ihn ein afrikanischer Premier zum Verteidigungsminister machen will. „Du siehst nicht nur brillant aus, du bist brillant“, lobt ihn eine andere, noch attraktivere Blondine. Templar schweigt und legt seine Stirn in Falten.

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