Kultur : NEU AUF DVD

Julian Hanich

HORROR Masters of Horror, 12 DVDs (Splendid Entertainment / WVG) . Ein Dutzend Meister treten an, Meister des Grauens, der Gewalt und des Abscheulichen. Versammelt von Produzent und Regisseur Mick Garris haben sich etwa zusammengefunden: John Carpenter, Takashi Miike und John McNaughton. Die Regeln sind klar. Vorgabe I: Nicht mehr als eine knappe Stunde Filmzeit verbrauchen. Vorgabe II: Angst und Schrecken verbreiten. Vorgabe III: sich möglichst kreativ in Blut, Schweiß und Tränen suhlen. Die nun als DVD erschienene Reihe „Masters of Horror“ wurde ursprünglich fürs amerikanische Kabelfernsehen gedreht und ist deshalb härter und freizügiger als man erwarten würde. Nur der Beitrag von Takashi Miike wurde nicht gesendet: Sein Film „Imprint“ war dem Showtime-Kanal zu drastisch und verstörend. Versteht sich, dass das restliche Material dagegen verblasst. Was aber noch nicht viel heißen muss. Es gibt Ekel-Horror („Jennifer“ von Dario Argento), Spukhaus- Horror nach H.P. Lovecraft (Stuart Gordons „Dreams in the Witch House“), lustigen Horror („Deer Woman“ von John Landis) und Polit- Horror mit im Irak gefallenen US-Soldaten, die als Zombies wiederkehren (Joe Dantes „Homecoming“). Dieser Tage wurde die DVD-Reihe mit der Lieferung der Filme von Tobe Hooper und Larry Cohen zur ihrem vorläufigen Ende gebracht.

Doch kein Grund zur Beruhigung: In den USA läuft im Oktober eine zweite Staffel mit beinahe gleicher Regiebesetzung an (allerdings ohne Miike!). Und auch sie wird in Deutschland auf DVD erscheinen. Natürlich sind schon in der ersten Staffel die Qualitätsunterschiede groß. Und: Wo sind Brüder im Blute wie George Romero und Wes Craven, Guillermo del Toro und Hideo Nakata geblieben? Merkwürdig auch, warum das Bonus-Material so unterschiedlich ausfällt. Manche DVDs enthalten Interviews mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern, andere nicht. Eines schnürt die Werke dann aber doch zum Paket: Die Figuren sind widerwärtig bis abstoßend, die Handlungen haarsträubend, die Inszenierung zum Davonlaufen. Also alles echte Nervensägen. Wer das jetzt allerdings als Kritik versteht, hat fürs Horrorkino wenig übrig.

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