Kultur : Neue Deutsche Welle: Das Musikprogramm im Deutschen Pavillon

Volker Straebel

Das Kulturprogramm des Deutschen Pavillons auf der EXPO 2000 versteht sich, wie sein künstlerischer Leiter Peter Baumgardt gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin erklärte, als bewusster Gegenpol zu Reizüberflutung und Technikverliebtheit der übrigen Ausstellung. Neben experimentellem Theater und Gegenwartsliteratur steht die zeitgenössische Musik im Vordergrund des sich über fünf Monate erstreckenden Programms, für das der Bund 11 Millionen Mark bereitstellte (Karten-Hotline: 01805 - 09 08 43).

Der von Andreas Rumland konzipierte variable Kammersaal des Deutschen Pavillons wird am Eröffnungswochenende eingeweiht mit dem neuen Musiktheater "TagNachtTraumstaub" von Annette Schlünz (1. - 4. Juni). Der individuelle Umgang mit der wandelbaren Architektur soll sich nicht nur durch die folgenden, mit speziellem Lichtdesign inszenierten Konzerte ziehen, sondern auch die für die EXPO entwickelten Co-Produktionen von 15 Stadt- und Staatstheatern bestimmen. In der Nachfolge des verstorbenen August Everding sieht Peter Baumgardt das Kulturprogramm als Chance, die immer stärker von knappen Budgets geprägten Spielpläne um experimentellere Produktionen zu ergänzen.

Fast 80 Uraufführungen

Das Musikprogramm stellt mit fast 80 Uraufführungen eher die repräsentable als die repräsentative hierzulande komponierte Musik vor und stellt sie in den Kontext der jüngeren Geschichte. Junge und bereits arrivierte Komponisten halten sich die Waage, ganztägige Porträts erhalten Aribert Reimann (16.10.), Wolfgang Rihm (18.10.), Mauricio Kagel (20.10.) und Hans Werner Henze (22.10.). Eine Woche ist ganz dem Klavier-Lied gewidmet (14.8.-20.8.).Mehr zum Thema unter: www.Deutscher-Pavillon.de

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