Neue Deutsche Welle : Trio-Kopf Remmler feiert 60.

Stephan Remmler, der mit der Band Trio und dem Ohrwurm "Da Da Da" bekannt wurde, kommt ins Rentenalter. Der Norddeutsche lebt heute auf Lanzarote und macht Musik nur noch zum Spaß.

Berlin - Ein Promi-Leben führt er auf Lanzarote nicht. Dort weiß kaum jemand, dass der große Mann mit der Glatze und der Sonnenbrille in den 80er Jahren als Kopf der Neue-Deutsche-Welle-Band Trio mit Hits wie "Da Da Da" weltweit Erfolge feierte. Auf der Kanareninsel genießt Stephan Remmler nun mit seiner Frau und seinen drei Kindern ein entspanntes Leben und nach eigenen Worten vor allem den Blick aufs Meer. Am Mittwoch hat der gebürtige Wittener seinen 60. Geburtstag gefeiert.

Der Diplomatensohn Remmler wuchs in Bremerhaven auf. In den 70ern trat er als Schlagersänger auf und arbeitete später als Musikdozent an der Universität Oldenburg. 1980 gründete er mit dem Gitarristen Gert Krawinkel und dem Drummer Peter Behrens die Band Trio, die neben "Da Da Da" weitere Hits wie "Anna, laßmichrein, laßmichraus" und "Herz ist Trumpf" landete. Als die Neue Deutsche Welle abebbte, trennten sich die norddeutschen Volksbelustiger, deren Musik sich nie wirklich in eine bestimmte Schublade stecken ließ.

Mehr Sprechen als Singen

Remmler startete 1986 eine Solokarriere. Populärste Ergebnisse seines künstlerischen Schaffens, das mehr aus Sprechen als aus Singen bestand, waren "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" und "Keine Sterne in Athen". Trotz dieser Hits kam beim Publikum nicht alles an, was Remmler machte. Immer wieder musste er sich anhören, seine Songs seien banaler Klamauk. Doch das schien ihn nie zu kümmern. 1991 brachte er eine Platte nur mit Cover-Versionen von Freddy Quinn heraus. 2003 produzierte er seine drei Söhne, deren Debüt "Everybody Cha Cha" jedoch nie erschien.

Er könne es sich leisten, Musik nur noch zum Spaß zu machen, sagt Remmler, der an Live-Auftritten immer sparte. Nach zehn Jahren kreativer Schaffenspause hatte er im Sommer mal wieder Lust, ins heimische Studio zu gehen und legte mit Sohn Cecil das Album "1,2,3,4..." auf. Mit der Platte schaffte es der auf Minimalismus setzende Musiker in gewohnter Manier, zu provozieren. "Frauen sind böse" lautete ein Titel, der nicht allen Damen gefiel.

Kein Trio-Revival geplant

Trotzdem ist Remmler das einzige Drittel von Trio, das es langfristig geschafft hat, im Gespräch zu bleiben. Zwar diskutierten die drei Musiker auch mal über eine Wiedervereinigung von Trio, doch Remmler lehnte schließlich ab: "Ich hatte bei der Vorbereitung den Eindruck, dass es nicht gut werden würde, und deshalb wollte ich es nicht mehr."

Geldsorgen hat der 60-Jährige nämlich nicht. Er lebt nach eigener Aussage noch immer überwiegend von "Da Da Da", das inzwischen in verschiedenen Werbespots zu hören war. "Man kann sich freuen, dass man so ein Ding mal abgeliefert hat", betont er. (tso/ddp)

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