Neue Mitglieder in der Academy : Mehr Vielfalt bei den Oscars

Nach dem Skandal um die mangelnde Vielfalt der Oscars 2016 reagiert die Academy: Unter den 680 neuen Mitgliedern finden sich erfreulich viele Frauen und Minderheiten.

680 neue Mitglieder dürfen nun über die Vergabe der Oscars abstimmen. Dabei sind erstaunlich viele Frauen und Minderheiten.
680 neue Mitglieder dürfen nun über die Vergabe der Oscars abstimmen. Dabei sind erstaunlich viele Frauen und Minderheiten.Foto: TANNEN MAURY/EPA

Die in Kritik geratene Oscar-Akademie setzt ihre Bemühungen um mehr Vielfalt fort. Deutlich mehr Frauen und Minderheiten sind unter den 683 Filmschaffenden, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in diesem Jahr als neue Mitglieder eingeladen werden. Dazu gehört auch die deutsche Regisseurin Maren Ade, die mit ihrem Film „Toni Erdmann“ beim Filmfest in Cannes gefeiert wurde. Die Mitglieder der Academy bestimmen jedes Jahr die Oscar-Preisträger.

Wie der Verband mitteilte, stehen 28 Oscar-Preisträger und Vertreter aus 59 Ländern auf der Einladungsliste. Die schwedische Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander (27, „The Danish Girl“), ihre kalifornische Kollegin Brie Larson (26, „Raum“), der schwarze „Star Wars“-Darsteller John Boyega (24) aus Großbritannien und sein Landsmann Idris Elba (43, „Beast of No Nation“) sind unter den Auserwählten. Aus Deutschland kann auch Regisseurin Margarethe von Trotta („Rosenstraße“) dem Verband beitreten, ebenso die Filmeditorin Bettina Böhler („Phoenix“), der Kameramann Frank Griebe („Cloud Atlas“), der Berliner Filmausstatter Bernhard Henrich („Bridge of Spies - Der Unterhändler“) und die Kurzfilmer Max Lang und Patrick Vollrath.

Fast 46 Prozent der neuen Mitglieder sind Frauen

Einladungen gingen auch an Produzenten, Musiker, Kostüm-Designer und Drehbuchautoren. Die neuen Mitglieder dürfen künftig bei der Vergabe der Oscars mit abstimmen. Mit 683 Einladungen hat sich die Zahl der möglichen Neuzugänge gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

46 Prozent der Angeschriebenen seien Frauen, verglichen mit einem derzeitigen Frauenanteil des Verbands von 25 Prozent, teilte die Akademie mit. Es sind auch deutlich mehr Schwarze, Hispanics und Asiaten unter den Eingeladenen, 41 Prozent verglichen mit dem bisherigen Minderheitenanteil von acht Prozent. Im Januar hatte die Akademie angekündigt, mehr Frauen und Minderheiten in die mehr als 6000 Mitglieder starke Organisation aufzunehmen. Der Verband setzte sich bisher aus überwiegend älteren, männlichen Mitgliedern weißer Hautfarbe zusammen.

Bei den Oscar-Nominierungen 2016 waren zum zweiten Mal in Folge Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien für den wichtigsten Filmpreis der Welt übergangen worden. (dpa)

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