Neues Berliner Schloss : Eintritt ins Humboldt-Forum doch nicht kostenlos?

Berlins Kultursenator Klaus Lederer will über den Gratis-Eintritt ins Humboldt-Forum diskutieren. Was die Finanzieungsfrage betrifft, sieht er den Bund in der Pflicht.

Wächst und wächst: die Baustelle von Stadtschloss und Humboldt-Forum in Berlin-Mitte, im Januar 2017.
Wächst und wächst: die Baustelle von Stadtschloss und Humboldt-Forum in Berlin-Mitte, im Januar 2017.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Der kostenlose Eintritt in das geplante Humboldt-Forum im Berliner Schloss ist nach Ansicht von Berlins Kultursenator Klaus Lederer noch nicht beschlossene Sache. „Ich bin eigentlich dafür, alle Museen eintrittsfrei zu machen“, sagte der Linken-Politiker. „Das kostet aber Unmengen. Eine Debatte um soziale Gerechtigkeit, die eine ernsthafte Umverteilung von Reich zu Arm einschließt, wird auf Bundesebene nicht mal geführt - darüber wird im Zusammenhang mit der Finanzierungsfrage zu reden sein.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte auf Anregung der Gründungsintendanz um Neil MacGregor in Aussicht gestellt, den Eintritt in den bis 2019 fertiggestellten Museumskomplex kostenfrei zu machen. "Dann wird das Humboldt-Forum zur Privatsammlung aller Bürger", sagte MacGregor bei der Vorstellung seines Konzepts für die Sammlungspräsentation im November 2016. Grütters hatte daraufhin konzediert, in diesem Fall müsse der Betriebskostenanteil seitens des Bundes erhöht werden - und von einer ersten Rückendeckung durch Bundesfinanzminister Schäuble gesprochen.

Lederer sagte, dabei müssten auch die Auswirkungen auf die anderen Museen im Umkreis bedacht werden. Auch das angelsächsische Modell sei für ihn keine Alternative. In Großbritannien kosten normale Ausstellungen keinen Eintritt, Sonderschauen sind dagegen teurer als hier.

Lederer: Wenn der Bund es gratis will, muss der Aufwand gedeckt werden

Der Kultursenator sieht bei der Entscheidung vor allem den Bund in der Pflicht. „Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die Einrichtungen der verschiedenen Beteiligten sich selbst tragen müssen“, sagte er. „Wenn der Bund nun für das gesamte Areal Kostenfreiheit will, muss der Aufwand an anderer Stelle real gedeckt werden.“ Derzeit erwirtschaften die Staatlichen Museen zu Berlin etwa 20 Millionen Euro pro Jahr selbst. CDU-Politikerin Grütters hatte bereits im November selber vor einem Zweiklassensystem bei Berlins Museen gewarnt. Bei den meisten Häusern sei der Eintritt unverzichtbar.

Im rekonstruierten Schloss, dem Humboldt-Forum, werden neben den außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz auch das Land mit einer Berlin-Präsentation und die Humboldt Universität Flächen bespielen. (dpa/Tsp)

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