Neues Buch von Bud Spencer : Vier Fäuste und eine Facebookseite

Bud Spencer hat wieder ein Buch geschrieben, diesmal erzählt er von seiner Odyssee im Cyberraum: Wie er mit Fans chattet und dass er fast 50 Jahre nach ihrem ersten Film immer noch mit Terence Hill befreundet ist. Eine Begegnung.

Der italienische Schauspieler Bud Spencer in seiner Wohnung in Rom. Sein viertes Buch «Was ich Euch noch sagen wollte...» kommt diese Woche heraus. Foto: dpa/Miriam Schmidt
Der italienische Schauspieler Bud Spencer in seiner Wohnung in Rom. Sein viertes Buch «Was ich Euch noch sagen wollte...» kommt...Foto: dpa/Miriam Schmidt

Statt auf der Leinwand Bösewichte zu verprügeln, chattet Bud Spencer heute lieber mit Fans. Seine mühsamen ersten Gehversuche im Internet beschreibt er in einem neuen Buch - und auch, wie er zu Glauben, Familie und Terence Hill steht. Inzwischen hat die Facebook-Seite des 86-Jährigen über 1,1 Millionen Likes. Im Buch "Was ich Euch noch sagen wollte..." nennt er die Seite liebevoll „Facebud“ nennt. Und das, obwohl die größten Filmerfolge mit Terence Hill bereits ein paar Jahre zurückliegen.

„Ich danke den Leuten für ihre Treue“, sagt der Schauspieler bei einem Treffen in Rom. „Besonders den Deutschen“. Dunkelblauer Seidenschal, Rauschebart, freundliches Lächeln, keinerlei Starallüren. Nur sehe er nicht mehr besonders gut, sagt er, aber ansonsten fühle er sich im Kopf wie ein 28-Jähriger. „Ich habe in meinem Leben fast alles gemacht, außer zwei Dingen: ein 40-Kilo-Jockey bei Pferderennen und ein Balletttänzer hätte ich nie sein können.“ Ansonsten fühlt er sich, als habe er mindestens sieben Leben gelebt, kann beim Schreiben also aus dem Vollen schöpfen.

Das Buch, der vierte Band, den er in Zusammenarbeit mit seinem Freund Lorenzo De Luca geschrieben hat, kommt am Montag in Deutschland heraus. „Wir leben in einer Epoche, in der man sich mit einem Klick mit der Welt verbindet, alles muss schnell gehen“, schreibt er zum Thema Internet. „Und ich bin nicht mehr schnell, seit ich die Klamotten und die Kilos eines Bud Spencer mit mir herumtrage.“ Das Buch ist gespickt mit Anekdoten aus seiner Zeit als Schauspieler, als er beruflich die Bösen vermöbelte und die geglückten Abreibungen mit einem Teller Bohnen und literweise Bier zelebrierte. „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1972), „Zwei wie Pech und Schwefel“ (1974) oder „Banana Joe“ (1981) - fast jeder Film, in dem Spencer den gutherzigen, schlagkräftigen und etwas begriffsstutzigen Dickkopf gab, stürmte an die Spitzen der Kinocharts.

128 Western und Prügel-Komödien hat er insgesamt gedreht, davon 17 zusammen mit Terence Hill (76). Die Begegnung mit dem blauäugigen Frauenschwarm sei „wie ein Wunder“ gewesen, sagt er. In „Gott vergibt. Django nie!“ hätte eigentlich Peter Martell an seiner Seite spielen sollen, der verknackste sich aber am Abend vor Drehbeginn den Fuß. So bekam Hill die Rolle - „einer dieser glücklichen Fügungen, die es nur ganz selten gibt“, erklärt Spencers Sohn Giuseppe Pedersoli. Zwischen den Darstellern habe es nie Eifersucht oder Streit gegeben, sondern stets nur innige Freundschaft.

„Die beiden sind neben Stan Laurel und Oliver Hardy das einzige Film-Duo, das dies geschafft hat“, meint auch Co-Autor De Luca. Noch heute telefonieren Spencer und Hill oft, treffen sich, wann immer es geht. In "Was ich Euch noch sagen wollte..." erzählt der fünffache Großvater aber auch aus seiner Jugend, als er noch unter seinem echten Namen Carlo Pedersoli Erfolge als Wettkampfschwimmer feierte oder als Straßenarbeiter in Venezuela jobbte.

Spencer chattet mit Filmfans in aller Welt, berichtet von seiner „Odyssee im Cyberraum“, von Freundschaft, Liebe, Glauben und auch vom „vermaledeiten Krieg“, wie er ihn nennt. „Es ist die dümmste Sache der Welt, denn auf der Erde sind wir alle gleich, wir haben alle zwei Beine und ein Gehirn.“

Dann kommt er auf die vielen falschen Bud-Spencer-Seiten im Netz zu sprechen. Die machten mit seinem Gesicht Werbung, verdienten damit teilweise Geld. „Es gab sogar eine Online-Glücksspielseite, auf der Bud Spencer und Terence Hill Karten austeilten“, erklärt Sohn Giuseppe. „Solche illegalen Aktivitäten gehen gegen alle Werte, für die mein Vater in seinen Filmen gestanden hat.“ Diese Werte - nämlich „Anstand“, der Einsatz für Unterdrückte und Entrechtete mit der Faust als Waffe, Humor und echte Freundschaft - sind es wohl, die Bud Spencer bis heute so beliebt machen. Übrigens mag der sanfte Haudrauf statt Bohnen lieber Zwiebelomelette und Spaghetti, mit einer von seiner Frau Maria zubereiteten Tomatensoße. Und urdeutsche Bratkartoffeln. dpa

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