Kultur : Neues Gesicht der Berliner Festspiele: „Spielzeit Europa“

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Für das neue Programm der Berliner Festspiele ist Luc Bondy ideal: Schweizer, im deutschsprachigen wie im französischen Theater zuhause, Chef der Wiener Festwochen und jüngst als Regisseur in England. Mit Bondys Inszenierung von „Cruel and Tender“ beginnt am 6. Oktober im Haus der Berliner Festspiele eine andere Zeitrechnung. Martin Crimps Kriegsstück eröffnet die „Spielzeit Europa“. Kein weiteres „Festival“, betonen FestspieleIntendant Joachim Sartorius und sein Theatermann Markus Luchsinger, sondern eine (halbe) Saison. „Spielzeit Europa“ geht bis Februar 2005, ein „Zwilling des deutschsprachigen Theatertreffens“ im Mai. Eines Tages soll das Festspielhaus ein europäischer Knotenpunkt sein – für Gastspiele sowieso, aber auch für Uraufführungen. Heiner Goebbels zeigt im November sein musikalisches „Museum der Sätze“. Es folgen ungarische Produktionen und eine kleine Werkschau des Video-Theater-Pioniers John Jesurun. Robert Lepage präsentiert „The Busker’s Opera“, eine Revue nach John Gays „Beggar’s Opera“; Welttheater aus Kanada, mit europäischem Ursprung. Im Januar gehen die Festspiele in den „Volkspalast“: mit Frank Castorf, der Volksbühne und „Berlin Alexanderplatz“. Castorf überarbeitet seinen Zürcher Döblin von 2001. Zum Abschluss im Februar gastiert Peter Brooks „Tierno Bokar“, eine afrikanische Geschichte. Überall ist Europa. Und in den Berliner Festspielen ist Bewegung. R. S.

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