Nibelungen-Festspiele 2015 in Worms : Kriemhilds Rache

Bei den Nibelungen-Festspielen in Worms wird 2015 Albert Ostermeiers Stück „Gemetzel“ uraufgeführt. Als Regisseur konnte Grimme-Preisträger Thomas Schadt gewonnen werden. Der will kein blutiges Gemetzel auf die Bühne bringen, auch wenn das Stück genau so heißt.

Der künstlerische Leiter und Regisseur der Nibelungen-Festspiele, Thomas Schadt.
Der künstlerische Leiter und Regisseur der Nibelungen-Festspiele, Thomas Schadt.Foto: dpa

Die Nibelungen-Festspiele in Worms bringen im kommenden Jahr unter dem neuen Intendanten Nico Hofmann das Stück „Gemetzel“ auf die Bühne. Regie werde der künstlerische Leiter Thomas Schadt führen, kündigte Hofmann am Montag in Worms an. Der Autor Albert Ostermaier hat „Gemetzel“ für die Festspiele geschrieben. Das Stück orientiert sich am zweiten Teil der Nibelungensage, der Zeit nach Siegfrieds Tod.

Mit Nico Hofmann als Intendant beginnt eine neue Ära

Hofmann, einer der erfolgreichsten Filmproduzenten Deutschlands, folgt als Intendant Dieter Wedel nach. Dieser hatte sich im Sommer nach 13 Jahren ebenfalls mit einer Inszenierung des zweiten Teils verabschiedet. Darin will Kriemhild Rache für Siegfrieds Tod, doch die Burgunder stellen sich am Hofe ihres neuen Mannes Etzel vor den Mörder Hagen. Es folgt eine Schlacht.

Ostermaiers „Gemetzel“ beginnt an Etzels Hof, wo die Hunnen auf die Burgunder warten. Der Titel sei provokativ gemeint, erklärte er. Zwar werde sein Stück auch auf diesen Endpunkt des Gemetzels zulaufen, „doch völlig anders, denke ich, als erwartet“. Mit einem blutrünstigen Stück sei nicht zu rechnen. „Es wird natürlich ein Gemetzel geben, es wird um Gewalt gehen, es wird um Religion gehen, um Zuspitzung, um Missbrauch, aber ich denke und hoffe auf eine subtilere und viel mehr mit Tiefenschärfe verbundene Art.“ Die Schlacht finde eher im mentalen Bereich statt. Der Schluss werde „sehr, sehr überraschend“ sein. Erzählt wird das Stück zunächst aus einer neuen Perspektive, aus dem Blickwinkel des Jungen Ortlieb, des Sohnes von Kriemhild und Etzel. Er sei von den beiden Kulturen geprägt, die sich dann bis auf das Blut bekämpften. Nach der Pause verwandele sich das Stück von der Komödie in die Tragödie. Die Rückblenden zum ersten Teil, zu Siegfrieds Leben, werden Schadt zufolge in der Form von Tänzen erzählt. Zu den Schauspielern machte Hofmann noch keine Angaben. Er könne sich aber vorstellen, „eine ganz junge Mannschaft hier zu haben“, sagte er. 2016 inszeniert Nuran David Calis in Worms. dpa

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