Kultur : Nicht mehr wert

Eichels Kürzungsvorschläge treffen auch den Kunsthandel

Katrin Wittneven

Viele Kulturverbände haben auch am Freitag ihren Widerstand gegen die Pläne von Finanzminister Hans Eichel angemeldet, den steuerlichen Spendenabzug für Unternehmen zu streichen. Das Vorhaben widerspreche allen bisherigen Bemühungen um mehr bürgerschaftliches Engagement in der Gesellschaft und auch der jüngsten Reform des Stiftungssteuerrechts. Dabei ist ein weiterer Kürzungsvorschlag des Finanzministers aus dem Blick geraten, der unmittelbare Konsequenzen für den deutschen Kunsthandel hat: die Abschaffung der ermäßigten Mehrwertsteuer, die für den Kauf und Weiterverkauf von Kunstwerken bei Künstlern gilt. Dabei ist die Erhaltung dieser Regelung sogar im Koalitionsvertag der rot/grünen Koalition festgehalten. Der Kunstrat – ein Zusammenschluss von 20 Verbänden aus der Branche „Bildende Kunst“ – erwartet, dass die künftige Kulturstaatsministerin Weiss nicht nur gegen die Sparpläne votiert, sondern die rechtlichen Bedingungen europäischen Maßstäben anpasst, indem die Mehrwertsteuer für den Handel mit Fotografie und künstlerischem Siebdruck ebenfalls reduziert wird. Bisher sind diese Sparten von der Regelung ausgeschlossen. „Deutsche Fotografie darf im europäischen Vergleich nicht länger benachteiligt sein“ , so Bernd Fesel und Hans Wilhelm Sotrop, die Sprecher im Kunstrat. Die reduzierte Mehrwertsteuer gelte nicht für Auktionshäuser und so würde die Neuregelung vor allem Künstler treffen. Deren Durchschnittseinkommen wurde zuletzt 1999 ermittelt. Es lag seinerzeit bei 19 900 Mark im Jahr.

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