Kultur : Nicht mit dem Gesindel

Kabarettist Georg Schramm bei den Wühlmäusen

Martin Schwarz

Lothar Dombrowski hat die Schnauze voll. Der Rentner mit dem Holzarm will endlich etwas unternehmen. Also hat er die Selbsthilfegruppe „Altern heißt nicht trauern“ gegründet und lädt die Zuschauer der Wühlmäuse und einige Gastredner zur Versammlung ein. Die entpuppt sich unter dem Titel „Meister Yodas Ende“ als das Beste, was es derzeit auf deutschen Kabarettbühnen zu sehen gibt.

Figurenkabarettist Georg Schramm hat der ZDF-Satiresendung „Neues aus der Anstalt“ Lebewohl gesagt, um sich stärker auf seine schärferen Bühnenprogramme zu konzentrieren. Mit seinen Figuren Dombrowski, dem Kommunikationsoffizier der Bundeswehr Oberstleutnant Sanftleben, dem linkischen SPD-Rentner August und einem katholischen Rheinländer holt Schramm zum Rundumschlag aus gegen Investmentzocker, den Umgang mit den Alten und die Regierung. Bei Letzterer gilt für Dombrowski: „Sich nicht zu lange mit dem Gesindel aufhalten!“

Wie jeder gute Kabarettist ist der 62-Jährige Moralist. Seine Figuren rufen im Lauf des zweieinhalbstündigen Abends immer wieder zu Protesten auf. Unterfüttert wird die Agitation durch eine Vielzahl von Fakten. Dabei bleibt das Schramm’sche Kabarett-Happening brüllend komisch. Jedimeister Yoda würde wohl sagen: Begonnen der Aufstand der Alten erst hat! Martin Schwarz

Wieder vom 7. - 10.7. sowie vom 12. - 14.7.

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