Kultur : Nichts für den Rasenmäher

FRANK PETER JÄGER

In den fünziger Jahren ermunterte der Berliner Senat Hauseigentümer mit Prämien, die Stuckornamente an den Fassaden ihrer Mietshäuser abzuschlagen.Was der Stuck an den Häusern, waren den Baubehörden Rabatten, Zierbeete, Putten und neobarocke Pergolen in den Parks - überflüssiger Zierrat einer überwundenen Epoche.Was nach Kriegsenden davon übrig geblieben war, wurde abgeräumt oder in vulgarisierter Form neugestaltet, rechtwinklig und rasenmähergerecht.Erst in den siebziger Jahre ermöglichte die einsetzende Rehabilitierung gründerzeitlichen Städtebaus auch eine Neubewertung der im späten 19.und frühen 20.Jahrhunderts geschaffenen Parks und Gärten.

Berlin gründete 1979 als erstes Land der Bundesrepublik eine eigene Abteilung Gartendenkmalpflege innerhalb des Landesdenkmalamts.Die Behörde hat nun in die Akademie der Künste geladen, um ein Resümee ihres zwanzigjährigen Wirkens im Verein mit Landschaftsplanern, Kunsthistorikern und Gartenbauern zu ziehen; zeitgleich begann eine internationale Tagung zum Thema.Die Ausstellung "Gartenkunst Berlin - 20 Jahre Gartendenkmalpflege in der Metropole" dokumentiert die Erneuerung oder Rekonstruktion von Gärten und Parks.Ausgewählt wurden 46 Beispiele der über 500 in Berlin als Gartendenkmal eingetragenen Ensembles.

Die West-Berliner Gartendenkmalpflege setzte mit ihrer Arbeit national und international Maßstäbe."Wir pilgerten aus Westdeutschland an die Spree, um von der praktischen Arbeit der Berliner Kollegen zu lernen", erinnerte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst, Hildebert de la Chevallerie bei der Ausstellungseröffnung an die Pionierrolle Berlins in den achtziger Jahren.Neben der Pflege gartenkünstlerischer "Highlights" wie dem Tiergarten und dem Landschaftspark Kleinglienicke galt die Aufmerksamkeit der Gartendenkmalpfleger ebenso Parks und Schmuckplätzen der Jahrhundertwende, alten Friedhöfen sowie Grünanlagen, die Bestandteil von Siedlungen der Zwischenkriegszeit sind.Gartenensembles dieser Art fristeten bis in die jüngste Zeit oft ein Schattendasein in verwahrlostem Zustand.Gerade in Hinblick auf solche eng mit Gebäuden und städtebaulichen Figuren verbundenen Anlagen hat die Gartendenkmalpflege in den letzten Jahren ihre Schutzaktivitäten ausgeweitet: So wurden auch kleine, nahezu vergessene Grünanlagen wie der in den zwanziger Jahren als Gartenterrasse angelegte Platz vor dem Delphi-Kino und repräsentative Vorgärten in Charlottenburg als Denkmale erfaßt und im Geiste ihres ursprünglichen Konzeptes wiederhergestellt.

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, bis 18.April; Montag 13-19 Uhr, Dienstag bis Sonntag 10-19 Uhr.Katalog 48 Mark.

In den fünziger Jahren ermunterte der Berliner Senat Hauseigentümer mit Prämien, die Stuckornamente an den Fassaden ihrer Mietshäuser abzuschlagen.Was der Stuck an den Häusern, waren den Baubehörden Rabatten, Zierbeete, Putten und neobarocke Pergolen in den Parks - überflüssiger Zierrat einer überwundenen Epoche.Was nach Kriegsenden davon übrig geblieben war, wurde abgeräumt oder in vulgarisierter Form neugestaltet, rechtwinklig und rasenmähergerecht.Erst in den siebziger Jahre ermöglichte die einsetzende Rehabilitierung gründerzeitlichen Städtebaus auch eine Neubewertung der im späten 19.und frühen 20.Jahrhunderts geschaffenen Parks und Gärten.

Berlin gründete 1979 als erstes Land der Bundesrepublik eine eigene Abteilung Gartendenkmalpflege innerhalb des Landesdenkmalamts.Die Behörde hat nun in die Akademie der Künste geladen, um ein Resümee ihres zwanzigjährigen Wirkens im Verein mit Landschaftsplanern, Kunsthistorikern und Gartenbauern zu ziehen; zeitgleich begann eine internationale Tagung zum Thema.Die Ausstellung "Gartenkunst Berlin - 20 Jahre Gartendenkmalpflege in der Metropole" dokumentiert die Erneuerung oder Rekonstruktion von Gärten und Parks.Ausgewählt wurden 46 Beispiele der über 500 in Berlin als Gartendenkmal eingetragenen Ensembles.

Die West-Berliner Gartendenkmalpflege setzte mit ihrer Arbeit national und international Maßstäbe."Wir pilgerten aus Westdeutschland an die Spree, um von der praktischen Arbeit der Berliner Kollegen zu lernen", erinnerte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst, Hildebert de la Chevallerie bei der Ausstellungseröffnung an die Pionierrolle Berlins in den achtziger Jahren.Neben der Pflege gartenkünstlerischer "Highlights" wie dem Tiergarten und dem Landschaftspark Kleinglienicke galt die Aufmerksamkeit der Gartendenkmalpfleger ebenso Parks und Schmuckplätzen der Jahrhundertwende, alten Friedhöfen sowie Grünanlagen, die Bestandteil von Siedlungen der Zwischenkriegszeit sind.Gartenensembles dieser Art fristeten bis in die jüngste Zeit oft ein Schattendasein in verwahrlostem Zustand.Gerade in Hinblick auf solche eng mit Gebäuden und städtebaulichen Figuren verbundenen Anlagen hat die Gartendenkmalpflege in den letzten Jahren ihre Schutzaktivitäten ausgeweitet: So wurden auch kleine, nahezu vergessene Grünanlagen wie der in den zwanziger Jahren als Gartenterrasse angelegte Platz vor dem Delphi-Kino und repräsentative Vorgärten in Charlottenburg als Denkmale erfaßt und im Geiste ihres ursprünglichen Konzeptes wiederhergestellt.

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, bis 18.April; Montag 13-19 Uhr, Dienstag bis Sonntag 10-19 Uhr.Katalog 48 Mark.

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