Kultur : Nicolai-Verlag legt unentdeckte Berlin-Fotos vor

ded

Es scheint, dass vor allen Dingen die Historiker, Filmemacher und Autoren aus Übersee Berlin in ihr Herz geschlossen haben. Sie gehen spazieren und machen sich ihre Gedanken und werden ganz nebenbei zu Experten, die den überraschten Berlinern noch einiges über ihre Stadt erzählen können. Der Kanadier Mark McGee hat jetzt einen pfundigen Bildband vorgelegt: "Berlin 1925 - 1946 - 2000" - eine fotografierte Architektur- und Stadtgeschichte.

18 Jahre zuvor hatte McGee bei einem Bücherverkauf vor der McGill University in Montreal eine Fotomappe mit historischen Architekturfotos entdeckt. Sein Studium der Geschichte, Kommunikations- und Politikwissenschaftten hatte er gerade abgeschlossen und konnte noch nicht ahnen, dass knapp zwei Jahrzehnte später im Nicolai-Verlag sein Thema zu einem Bildband anwachsen würde. Zuerst einmal reiste McGee nach Berlin und versuchte, die alten Gebäude wiederzufinden.

Es gelang ihm nicht bei allen. Einige waren ganz verschwunden, wie das Kaufhaus Tietz, andere Gebäude waren umgenutzt, wieder andere nach den originalen Plänen rekonstruiert. Seit 1982 hat sich McGee immer wieder mit dem Thema beschäftigt, ist von Montreal nach Berlin gereist und hat die Entwicklung einer Stadt aus den Archiven zusammengestellt. Als Nicht-Berliner kam er jedoch auch auf die Idee, dass Nachkriegsfotos vor allem in den amerikanischen und kanadischen Militärarchiven zu finden sein müssten. Und so gibt es jetzt einige noch nie veröffentlichte Bilder zu sehen, die McGee aus den Archiven grub. Bei der gestrigen Präsentation war der 39-Jährige rechtschaffen aufgeregt. Der Architekt Josef Paul Kleihues sprach von einer "unglaublichen Bereicherung für unseren Bücherschrank"."Berlin, 1925 - 1945 - 2000" ist im Nicolai-Verlag erschienen und kostet 98 Mark.

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