• "Nische ausbauen": Kulturstaatsminister will deutschen Film wettbewerbsfähiger machen

"Nische ausbauen" : Kulturstaatsminister will deutschen Film wettbewerbsfähiger machen

Kulturstaatsminister Neumann will gesetzliche Rahmenbedingungen verbessern, um den deutschen Film wettbewerbsfähiger zu machen. Eine Umkehrung des Verhältnisses von deutschen und US-amerikanischen Filmen sei aber nicht zu erwarten.

Berlin - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sieht den deutschen Film auf einem guten Weg und will ihn mit Hilfe verbesserter gesetzlicher Rahmenbedingungen noch wettbewerbsfähiger machen. Gleichzeitig warnte er in einem Gespräch mit dem Fachmagazin «promedia» vor der Illusion, dass der deutsche Filmmarkt mit dem amerikanischen Markt jemals «auf gleicher Augenhöhe» konkurrieren könne.

Inhaltlich und auch in der künstlerischen Qualität sei das deutsche Filmangebot durchaus wettbewerbsfähiger als mancher Film aus Hollywood, meinte Neumann. Die Besucherzahlen der Kinos würden noch schlechter aussehen, wenn es nicht die deutschen Filme gäbe. Die großen Einbrüche verzeichneten die amerikanischen Produktionen.

Der deutsche Film werde aber immer das Problem des beschränkten Marktes haben, während der amerikanische Film allein auf Grund der Sprache eine weltweite Dominanz habe. «Ich sehe keine Chance, dass wir in den nächsten Jahren das Verhältnis von Hollywood-Produktionen und deutschen Filmen umkehren könnten, aber die Nische, in der wir uns befinden und die zwischen zehn und 20 Prozent Marktanteil schwankt, können wir stabilisieren und leicht ausbauen.»

Die neu gegründete Deutsche Filmakademie hat laut Neumann nach anfänglicher Skepsis der Union und vieler Filmemacher inzwischen eine gute Entwicklung genommen. Die anfänglichen Befürchtungen, dass bei der Vergabe des Deutschen Filmpreises, der nach wie vor von der Bundesregierung finanziert wird, von der Akademie nur noch kommerzielle Filme ausgezeichnet würden, hätten sich nicht bewahrheitet. «Wir haben uns geeinigt, dass wir zunächst drei Jahre beobachten und dann endgültig entscheiden wollen.» (tso/dpa)

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