Nominierungen für Europäischen Filmpreis : "Toni Erdmann" ist der Top-Favorit

In allen fünf Kategorien ist Maren Ades "Toni Erdmann" für den Europäischen Filmpreis nominiert. Das Rennen wird am 10. Dezember in Breslau entschieden.

Wer ist denn dieser Gast auf ihrer Nacktparty? Ines (Sandra Hüller) wundert sich.
Wer ist denn dieser Gast auf ihrer Nacktparty? Ines (Sandra Hüller) wundert sich.Foto: dpa

"Toni Erdmann", Maren Ades in Cannes von Kritik und Publikum gefeierter, von der Jury gleichwohl verschmähter Film über eine höchst originelle Vater-Tochter-Beziehung, steht vor einem Triumph auf europäischer Ebene. In allen fünf Kategorien ist das Werk für den Europäischen Filmpreis nominiert, der am 10. Dezember in der Europäischen Kulturhauptstadt Breslau vergeben wird. Neben der Nominierung als bester Film hat "Toni Erdmann" Chancen auf Preise für Regie und Drehbuch (beides Maren Ade) sowie für das Schauspielerpaar Sandra Hüller und Peter Simonischek.

Damit setzt sich der deutsche Film eindrucksvoll an die Spitze eines fünf Titel umfassenden Spielfilm-Konkurrentenfelds. Mit vier Nominierungen durch die European Film Academy muss sich Ken Loachs Cannes-Sieger, das Arbeitslosendrama "Ich, Daniel Blake", zufrieden geben; hier gehen zudem Ken Loach als Regisseur, Drehbuchautor Paul Laverty und Hauptdarsteller Dave Johns ins Rennen. Dreimal nominiert sind "Elle" von Paul Verhoeven (Film, Regie und Hauptdarstellerin Isabelle Huppert) und Pedro Almodóvars "Julieta" (Film, Regie und die Schauspielerinnen Emma Súarez und Adriana Ugarte). Schlichte zwei Nominierungen vereint die irisch-kanadische Koproduktion "Room" auf sich, Lenny Abrahamsons klaustrophobisches Mutter-Sohn-Drama - als bester Film und für die Drehbuchautorin Emma Donoghue. Unter den einzelnen Nominierungen ist - von deutscher Seite - Burghart Klaußner als Hauptdarsteller in "Der Staat gegen Fritz Bauer" dabei.

Sechs Bewerber um den Dokfilmpreis

Wie die European Film Academy am Sonnabend mitteilte, bewerben sich um den Dokumentarfilmpreis sechs Konkurrenten: "21 x New York" von Piotr Stasik (Polen), Tom Fassaerts "A Family Affair" (Niederlande/Belgien), Gianfranco Rosis Berlinale-Gewinner "Seefeuer" (Italien/Frankreich), Mr. Gaga von Barak Heymann (Israel/Schweden/Deutschland/Niederlande), das Kubrick-Porträt "S is For Stanley" von Alex Infascelli (Italien) und "The Land of the Enlightened" von Pieter-Jan De Pue (Belgien).

Die Entscheidungen, die die mehr als 3000 Mitglieder der European Film Academy fällen, werden bei der Gala in Breslau bekanntgegeben. Zwei prominente Namen stehen schon jetzt als Preisträger fest: Der Ire Pierce Brosnan wird für den "europäischen Beitrag zum Weltkino" geehrt, und der Drehbuchautor Jean-Claude Carrière erhält den Preis fürs Lebenswerk. (jal)

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