NPD-Protest : Wecker-Konzert verboten

Der Landkreis Halberstadt in Sachsen-Anhalt hat ein Konzert des Liedermachers Konstantin Wecker in einer Schule untersagt. Hintergrund ist ein Protest der rechtsextremen NPD gegen die Veranstaltung unter dem Motto "Nazis raus aus dieser Stadt".

Halberstadt - Die Partei hatte laut tagesschau.de (Mittwoch) argumentiert, dass vor der Landtagswahl am 26. März Wahlkampf in öffentlichen Gebäuden verboten sei. Sie mutmaßte, dass Wecker möglicherweise für die Linkspartei werben könnte. Der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierte mit heftiger Kritik.

Der stellvertretende Landrat Hans-Dieter Sturm begründete das Verbot mit der Sorge, dass die Behörden künftig keine Handhabe gegen rechtsextremistische Veranstaltungen in der Schule hätten, wenn der Wecker-Auftritt - in Zusammenarbeit mit einem alternativen Zentrum - genehmigt würde. Der NPD-Kreisvorsitzende Halberstadt- Wernigerode/Harz, Matthias Heyden, hatte dem Bericht zufolge in einem Brief gedroht, die NPD werde, «aktiv an der Veranstaltung teilnehmen».

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J. Kramer, sagte in Berlin: «Die Absage ist eine Bankrotterklärung der Politik vor der NPD.» Die Entscheidung sei beschämend. «Statt sich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten für die Durchführung des Konzerts einzusetzen, kapitulierten hier Kommunalpolitiker ohne Grund vor dem Druck der rechten Antidemokraten.» Damit würden «alle zivilgesellschaftlichen Initiativen und das Engagement von Liedermacher Konstantin Wecker gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit - für die die NPD steht - verhöhnt», meinte Kramer. «Wer den Aufstand der Anständigen fordert, sollte zunächst selbst in den Spiegel schauen.»

Weckers Manager Manfred Berghard sprach von einem «erschreckenden» Vorgang. «Es ist doch beschämend, wenn es Rechtsradikalen gelingt, ein solches Konzert zu verhindern», sagte er der dpa. «Wir sollten unser Plakat "Nazis raus aus dieser Stadt" überkleben, sahen dazu aber überhaupt keine Veranlassung. Uns wurde vorgeworfen, Wahlkampf zu machen.» (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben