Kultur : NS-Germanisten: Höllerer hat nicht um Schonung gebeten

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Der Herausgeber des im Dezember erscheinenden „Internationalen Germanistenlexikons“ Christoph König nimmt einige der als angebliche NSDAPMitglieder ins Gerede gekommenen prominenten Wissenschaftler vor Unterstellungen in Schutz (vgl. Tsp. vom 24. 11.). In einem an den Hamburger „Spiegel“ geschickten Leserbrief korrigiert König die Aussage des Magazins, dass der im Mai 2003 verstorbene Berliner Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Walter Höllerer „erbittert in seinen letzten Lebensjahren darum gekämpft haben muss“, eine Mitgliedschaft in der NS-Partei „nicht publik“ werden zu lassen. In Königs Lexikon steht wie auch in den Fällen von Walter Jens und Peter Wapnewski, die sich an eine Aufnahme in die NS-Partei als 18- oder 19-Jährige heute nicht mehr erinnern: „Anhaltspunkte für eine Aushändigung der Mitgliedskarte, die konstitutiv für die Mitgliedschaft wäre (§ 3 Abs. 3 Satzung der NSDAP) bestehen jedoch nicht.“ Der „Spiegel“ hatte in Bezug auf Höllerer geschrieben: „Dieser Wortlaut ist das Ergebnis zäher Verhandlungen mit dem Betroffenen.“ König stellt nun klar, dass es sich bei dem Zitat um eine „Standardformulierung“ in allen Zweifelsfällen handle. Er habe mit dem 80-jährigen todkranken Höllerer nie gesprochen oder „verhandelt“. Auch Jens und Wapnewski, so König zum Tagesspiegel, hätten sich gegen eine Veröffentlichung nicht gewehrt. König: „Das waren andere.“ Tsp

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