Kultur : Nun auch die Schweiz: Beyeler muss sparen

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Ein Schock geht durch die Schweizer Medien und Kunstwelt: Selbst die äußerst erfolgreiche Fondation Beyeler in Riehen bei Basel muss sparen und Personal abbauen. Obwohl rund 300 000 Besucher Jahr für Jahr ins exquisite Kunstinstitut strömen, steigen die Defizite. Der „Basler Zeitung“ rechnete Museumsgründer Ernst Beyeler vor, dass den Ausgaben der Fondation, 15 Millionen Franken pro Jahr, 7,5 Millionen an Einnahmen gegenüberstehen, je zwei weitere Millionen geben der Kanton und die Galerie Ernst Beyeler. Letztes Jahr musste die Galerie weitere 4,6 Millionen zuschießen. Künftig sei das nicht mehr möglich, da das Kunsthandelsgeschäft rückläufig ist. Grund für den finanziellen Engpass seien die seit September 2001 um 20 Prozent gestiegenen Versicherungskosten.

Ferner droht der Kanton mit Kürzung seines Zuschusses. Um das Programmniveau (zwei hochkarätige Ausstellungen pro Jahr) halten zu können, erfolgt daher ein Personalabbau; 49 Stellen ( das Restaurant einbezogen) sollen auf 34 reduziert, die Eintrittspreise erhöht werden. Betroffen sind unter anderem die Kuratoren Markus Brüderlin und Verena Formanck. Brüderlin war bisher verantwortlich für die Verknüpfung der klassischen Moderne, welche das Profil der Sammlung prägt, mit der zeitgenössischen Kunst. Ob die Zeitgenossen nun in Riehen ausgeschlossen sein werden? dba

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