Kultur : Nutz die Räume, wenn du sie hast

SKULPTUREN

Ulrich Clewing

Seit der Eröffnung der Gemäldegalerie vor fast fünf Jahren war der zentrale Saal dort leer – sieht man einmal ab von der minimalistischen Skulptur Walter de Marias, die sicher nicht zu den gelungensten Werken des amerikanischen Land-Art Künstlers zählt. Nun aber ist auf wundervoll gelungene Weise stummes Leben eingezogen in die große Pfeilerhalle. Ab heute sind hier unter dem Titel „Statua“ bis auf weiteres 44 Arbeiten aus dem Bestand der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu sehen (Gemäldegalerie am Kulturforum, Nähe Potsdamer Platz, Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Donnerstag 10-22 Uhr): Die düsteren, finster dreinblickenden Propheten von der Trierer Liebfrauenkirche, Andrea Pisanos bezaubernde Madonna mit dem Kind, die überlebensgroßen mythischen Figuren von Andreas Schlüter, die Porträtbüste Nicolas Poussin von Francois Duquesnoy und noch etliche andere Bildwerke aus Stein und Ton ergeben in der Summe eine Zusammenstellung, in der sich gotische Strenge, die Offenheit der Renaissance, die Exaltiertheit des Barock und der ziselierte Klassizismus des frühen 19. Jahrhunderts fein austariert die Waage halten. Bis ins Jahr 2006 – wenn das Bodemuseum auf der Museumsinsel bezugsfertig sein wird – sollen die Skulpturen Gäste der Gemäldegalerie bleiben. Ein langer, wenngleich vorübergehender Besuch also, und doch ist es, als sei diese Halle einzig und allein dafür gemacht.

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