Kultur : Obdachlosigkeit in Deutschland: Wer ist obdachlos?

ry

Obdachlosigkeit ist klar definiert: Obdachlos ist, wer kein Dach über dem Kopf hat, wer auf der Straße lebt. Das sind in Deutschland etwa 25 000 Menschen. Nicht erfasst sind allerdings Menschen mit so genannter "nichtsesshafter" Lebensweise. Entsprechend nannte sich die Dachorganisation der deutschen Obdachloseneinrichtungen bei seiner Gründung im Jahr 1954 "Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Nichtsesshaftenhilfe".

Der Begriff "nichtsesshaft" stammt allerdings aus der Zeit des Nationalsozialismus und galt für Landstreicher und Roma, die der Verfolgung und Ermordung ausgesetzt waren. Ende der achtziger Jahre erfolgte die Umbenennung in "BAG Wohnungslosenhilfe". Von Wohnungslosigkeit, sagt die Organisation, seien 550 000 Menschen in Deutschland betroffen, also zwanzig Mal mehr als von Obdachlosigkeit.

Zu dieser Gruppe zählen Menschen, die für ihr Dach über dem Kopf keinen Mietvertrag haben, sondern lediglich mit einem Nutzungsvertrag in Wohnraum eingewiesen sind oder in Notunterkünften leben. Außerdem gelten Männer, Frauen und Kinder als wohnungslos, die in Heimen, Anstalten, Notübernachtungen, Asylen und Frauenhäusern sowie in Billigpensionen leben, bei Verwandten, Freunden oder Bekannten vorübergehend untergekommen sind.

0 Kommentare

Neuester Kommentar