Kultur : Ob’s klappt?

Eine „Kunstklappe“ in Köln für lästig gewordene Beute

Katrin Wittneven

So ein Kunstdieb hat es schwer. Da gilt es Sicherheitspersonal und Alarmanlagen zu überwinden, das sperrige Stück abzutransportieren und dann zu lagern – man denke nur an die mehr als zwei Meter hohe Bronze der englischen Bildhauerin Lynn Chadwick, die in dieser Woche entwendet wurde. Und dann? Wenn es nicht gerade um den gefürchteten „The Meltdown Mob“ (die gerade in England agierende Metallschmelzerbande) handelt, ist es äußert schwer, einen Käufer zu finden. Schließlich fahndet selbst der CIA inzwischen auf Internetseiten nach gestohlener Kunst. Für alle, denen ihr Diebesgut lästig wird, haben die beiden österreichischen Künstler Moussa Kone und Erwin Uhrmann vor einem Jahr in Wien eine Kunstklappe eröffnet.

Ursprünglich als Kunstaktion entstanden, entwickelte das Projekt eine eigene Dynamik. Über 40 Gegenstände wurden returniert, darunter ein Wappen der Gemeinde Kronberg, das nach 31 Jahren wieder offiziell an den Besitzer übergeben werden konnte. Gedacht haben die Initiatoren von der Werftgalerie (www.werftgalerie.at) auch an diejenigen, die sich trotz der Anonymität mit ihrer Tat brüsten wollen: Im Angebot gibt es auch „Kunsträuber“-T-Shirts. Am 3. Februar soll nun nach gleichem Modell im Hirschgässchen 2a in der Kölner Südstadt eine Kunstklappe eröffnt werden. Ob es am Ende wohl auch in Köln klappt?

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