OFFENER BRIEF AN BERND NEUMANN : Kunsthistoriker protestieren

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. protestiert in einem offenen Brief an Staatsminister Bernd Neumann gegen die geplante Zusammenlegung der Berliner Gemäldegalerie mit der Skulpturensammlung im Bode-Museum. Die Pläne seien verantwortungslos, da auf unabsehbare Zeit nur eine stark reduzierte Auswahl der Werke der Gemäldegalerie zu sehen sei. Auf diese Weise würde die Gemäldegalerie ihres Alleinstellungsmerkmals beraubt werden, „nämlich mehr als ein halbes Jahrtausend europäischer Malereigeschichte in hochkarätigen Werken in enzyklopädisch umfassender Weise zur Anschauung zu bringen.“

Die Gemäldesammlung ist erst seit 14 Jahren wieder vollständig zu sehen, die Skulpturensammlung und das Museum Byzantinischer Kunst im Bode-Museum erst seit sechs Jahren. Die Unterzeichner des Protestbriefes sind „fassungslos“, dass dieses geglückte Resultat jahrelanger Mühen und großer finanzieller Anstrengungen durch die geplante Zusammenlegung nun wieder infrage gestellt werde – und das von den Verantwortlichen selbst.

Man müsse für die sanierungsbedürftige Neue Nationalgalerie eine Lösung finden, die nicht auf Kosten der Alten Meister gehe. Eine Zusammenlegung von Gemäldegalerie und Skulpturensammlung halten die Unterzeichnenden erst dann für akzeptabel, wenn der geplante Neubau der Gemäldegalerie am Kupfergraben fertig ist. Wann das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Der Brief ist von 224 Kunsthistorikern und -historikerinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, England und den USA unterzeichnet.lel

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