Kultur : Ohren auf!

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ALL THAT JAZZ

Christian Broecking über

Funk und musikalische Haltungsschäden

Den HardcoreFans von www.soul-patrol.com kommen heute noch Tränen, wenn sie an Kool & the Gang denken, wie sie früher einmal waren. Mitte der Siebzigerjahre hatten Kool & the Gang ein großes schwarzes Publikum aus den Inner-Citys der USA, trugen Afro-Fashion, Black-Muslim-Namen und diskutierten auf der Bühne über schwarze Politik und Philosophie. Was 70 Millionen verkaufte Tonträger aus dieser Party-Band, die im Laufe der Jahre Publikum und Outfit grundlegend wechselte, gemacht haben und wie sich die Songs der ersten Stunden heute anfühlen, das ist am Donnerstag beim Konzert in der Shopping Mall im Stilwerk zu erfahren (20.30 Uhr).

Der New Yorker Jazz-Singer/Songwriter Tony Scherr macht gerade seine erste Tour mit eigener Band. „Come Around“ heißt seine CD mit Low-Tempo-Songs, die beim Einmannlabel smellslikerecords erschienen und nur schwer erhältlich ist ( www.smellslikerecords.com ). Im b-flat sang er kürzlich Songs über sein Leben in der New Yorker Downtown-Szene und bedankte sich beim Publikum für die Haltung der Bundesregierung zum Golfkrieg. Etwas später, backstage, beantwortet er die Frage nach einem Song zur aktuellen Lage mit der Bemerkung, dass die reine Protest-Haltung in der Singer/Songwriter-Bewegung schon lange zur Pose erstarrt sei und so nicht weiterbringe. Scheers Zeitkommentar hat den Titel „What kind of friend are you“, sein Motto: Die Community ist wichtiger als alle Stilfragen. Weitere Highlights: Blues-Lektionen in Schwarz und Weiß. Mit Lucky Peterson heute im Quasimodo (22 Uhr) und J ohn Mayall Dienstag im ColumbiaFritz (20 Uhr).

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