Online-Kunstmesse : Diesmal ohne Pannen

Es gibt sie noch: Nach technischen Pannen bei der Premiere im letzten Jahr wird die Internet-Kunstmesse VIP Art Fair 2012 wiederholt.

Angela Hohmann
In echt. Messedirektor Noah Horowitz.
In echt. Messedirektor Noah Horowitz.Foto: VIP Art Fair

Vergangenes Jahr feierte die VIP Art Fair als erste reine Internetkunstmesse Premiere. Die mit großem Medienaufwand ins Leben gerufene und mit Spannung erwartete Onlinemesse enttäuschte jedoch gleich zur Eröffnung mit technischen Pannen: Chat-Funktionen wurden abgeschaltet, etliche Besucher kamen nicht auf die Seite. Dennoch erklärten die Organisatoren die Messe zum Erfolg. Nun öffnet sie vom 3.–8. Februar unter www.vipartfair.com erneut ihre virtuellen Pforten. Ein Gespräch mit Noah Horowitz, dem Direktor der VIP 2.0.

Führende Galerien wie David Zwirner, Hauser & Wirth, White Cube oder Max Hetzler nehmen trotz der Pannen von 2011 ein zweites Mal an der VIP Art Fair teil.

Viele Galerien sind uns treu geblieben, wir haben wichtige Neuzugänge wie Eigen + Art oder Thomas Schulte aus Berlin. Das beweist, welche Kraft unser einzigartiges Onlineprojekt besitzt. Bis auf ein paar technische Anfangsschwierigkeiten sind wir mit dem Ergebnis unserer ersten Messe vollends zufrieden: 40.000 Besucher aus 196 Ländern waren da, 7,65 Millionen Mal wurden Kunstwerke angesehen, wichtige Arbeiten unterschiedlichster Medien wurden von etablierten oder aufstrebenden Galerien verkauft, neue Kontakte zwischen Sammlern, Händlern, Kuratoren und Presseleuten geknüpft.

Gibt es Änderungen im aktuellen Konzept der VIP Art Fair?
Wir haben uns auf eine verbesserte Funktionalität der Website und ihrer Angebote konzentriert. Dabei kommt es zu kleinen Verschiebungen.

Wie machen sich die Veränderungen bemerkbar?
Erstens ist die Emerging Section diesmal ausschließlich Galerien vorbehalten, die maximal fünf Jahre lang im Geschäft sind. Verbunden damit haben wir die Premier Small Section für ältere Galerien eingerichtet, deren Programme ihren Fokus auf Arbeiten aufstrebender Künstler haben. Zweitens haben wir für Museen und institutionelle Partner eine Halle für Editionen und Multiples geschaffen. Damit bieten wir eine größere Vielfalt an Kunstwerken zu niedrigeren Preisen an und vertiefen unsere Zusammenarbeit mit den Museen. Drittens wird unsere Seite rundum benutzerfreundlicher sein, mit verbesserten Navigationstools, umfassenderen Suchfunktionen und vielem mehr.

Besonders während der Eröffnung der vergangenen Messe hatten Sie erhebliche technische Probleme. Was haben Sie dagegen unternommen?
Letztes Frühjahr haben wir Severin Andrieu-Delille als Entwicklungschef gewonnen. Er war vorher technischer Leiter der StyleCaster Media Group und hat jede Menge Erfahrung mit komplexen Webseiten und Plattformen. Zusammen mit unserem hauseigenen Entwicklungsteam sorgt er für die Verbesserung der Skalierbarkeit, Browserkompatibilität, der Chat-Systeme, der Benutzeroberfläche sowie der gesamten Funktionalität.

2012 nehmen neue Galerien aus neuen Regionen wie Lateinamerika und dem Mittleren Osten teil. Warum diese Regionen?
Sie spielen schon im gegenwärtigen internationalen Kunstmarkt und sicherlich auch in der Zukunft eine große Rolle.

Ist die virtuelle Messe das Modell für den Kunstmarkt der Zukunft?
Das Internet ist ein integraler Bestandteil der globalisierten Kunstwelt heutzutage. Wir sind stolz darauf, den Weg dafür geebnet zu haben.

Interview: Angela Hohmann.

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